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Hausärzte: Ende der Fahnenstange

Donnerstag, 15. Juli 2010
Hausärzte: Ende der Fahnenstange

Funktionäre der Hausarztverbände drohen Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Rösler mit einem heißen Sommer. Streiks eingeschlossen. Wenn Rösler cool bleibt und die Patienten streikender Hausärzte sauer reagieren, dann könnten die Drohungen schnell in sich zusammenfallen. Denn argumentativ sehen die Hausarztverbände schwach aus.

Rösler will künftig Hausärzte, die in Verträgen zur strukturierten Versorgung arbeiten, nicht besser bezahlen als alle anderen Niedergelassenen. Mit einem gewissen Recht. Denn den "strukturierten" Hausärzten wurde ja nur deshalb mehr Geld zugesagt, weil man sich von ihnen Einsparungen erhoffte.

Die berühmte Filterfunktion sollte belohnt werden. Sie scheint aber, glaubt man den Kassen, in praxi nicht zu funktionieren. An den Hausarztverbänden wäre es nun, statt auf den Putz zu hauen, zu beweisen, dass der Filter doch wirkt und ihre Mitglieder zurecht mehr bekommen.

Das dürfte schwer fallen. Die Begünstigten sollte sich deshalb stillschweigend freuen, dass sie eine Weile bevorzugt wurden und deren Funktionäre, dass ihre Strategie soweit getragen hat, um dann, wenn auch zähneknirschend, einzugestehen, dass das Ende der Bevorzugung erreicht ist.

Die Hausarztverbände haben noch anderes "erreicht", nämlich eine Spaltung der Interessenvertretung in Hausarztverbände hie und Kassenärztliche Vereinigungen da, sowie eine schwere Identitätskrise der Internisten. Das sei ihnen nicht vergessen. Letztendlich hat die rigorose Separierungsstrategie der Hausärzte jener Politik früherer Bundesregierungen in die Hände gespielt, die auf eine Entmachtung der KVen aus war.

Die gelang (wenn auch nicht ganz so wie Ulla Schmidt sich das gewünscht hätte). Auch deswegen hat Schmidt den strukturierten Hausärzten was zukommen lassen. Nicht nur aus Liebe zum guten Doktor, der Tag und Nacht unterwegs ist.

Kristianos1 am Samstag, 31. Juli 2010, 23:23
Alles blabla
Es ist schon erstaunlich wie polemisch hier argumentiert wird.
Sollte alles derart desorganisert weitergehführt werden wie bisher, so wird es bald keine Hausärzte mehr geben.
Problematisch ist dies nicht nur für die paar Hausärzte, sondern vor allem für das Gros der Patienten.
Es wird einfach nur noch gelogen, dass sich die Balken biegen.
Die Geschichte mit den Selektivverträgen ist ja eh nur eine Milchmädchenrechnung.
Was bringt es einem Hausarzt mit ca 1000 Scheinen im Quartal,wenn die 20-30 Prozent AOK Patienten besser vergütet werden, wenn die anderen 70-80 Prozent deutlich schlechter vergütet werden. Richtig gar nix.
Also bitte nur dann sozialneidisch argumentieren, wenns auch angebracht ist.
Wie gesagt, wenn die Politik so dumm weiteragiert sterben die Hausärzte eh bald aus, weil keiner der Studenten die nachkommen sich nach einem langen Studium auf einen deratigen Stumpfsinn einlassen.
Armes Deutschland....