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4:0 - was kümmert da die Regierungskrise

Montag, 14. Juni 2010
4:0 - was kümmert da die Regierungskrise

28 Millionen Deutsche haben das Spiel Deutschland-Australien gestern Abend gesehen, bei dem Lukas Podolski das psychologisch so wichtige erste Tor schoss. Das Public Praying (sic!), das die Kölner St. Stephan-Gemeinde zum Auftakt der WM und auch zugunsten des gefühlten Ur-Kölners veranstaltete, hat offenbar Wunder gewirkt.

Der sich nun andeutende Fußballtaumel könnte die Endzeitstimmung in der Berliner Koalition, exemplifiziert an der scheiternden Gesundheitsreform, glatt überlagern und Mutter Merkel wie ihrem Schützling Rösler eine Runde weiter helfen. Am Wochenende indes lieferten sich Ge­sund­heits­mi­nis­ter Philipp Rösler (FDP) und CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt im "Hamburger Abendblatt" einen erneuten Schlagabtausch. Während Rösler für seinen ohnehin schon weichgespülten Reformplan warb, drohte Dobrindt damit, auch den nächsten Vorschlag Röslers scheitern zu lassen.

Üble Vorzeichen für die 2-tägige gesundheitspolitische Klausur am kommenden Wochenende! Parallel zu den anhaltenden CSU-Querschüssen basteln dem Vernehmen nach CDU-Politiker an einer neuen Kostendämpfung. Interessant, dass zugleich Carola Reimann, SPD, die Vorsitzende des Bundestags-Gesundheitsausschusses Nullrunden für Ärzte und Krankenhäuser fordert. Ein Glück, dass nächstes Wochende eine Reihe farbiger WM-Begegnungen ansteht. Public Viewing, und in Gottes Namen auch Public Praying, lassen für eine kleine Weile die Regierungskrise vergessen.

    

Andreas Skrziepietz am Donnerstag, 17. Juni 2010, 18:19
Zurücktreten bitte
Merkel hat große Teile des Volksvermögens an Spekulanten und Bankrotteure verschenkt und damit ihren Amtseid gebrochen. Wenn Jogi in der Vorrunde ausscheidet, muß er ja schließlich auch gehen.