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Expo in Schanghai: Die andere Seite der Medaille

Montag, 3. Mai 2010
Expo in Schanghai: Die andere Seite der Medaille

Mit einer pompösen Zeremonie wurde in Schanghai vergangene Woche die Expo 2010 eröffnet. Doch während sich die Gastgeberstadt der Weltausstellung modern und aufgeschlossen präsentiert, zeigt sich das gleiche Land in Puning, Hauptstadt der Provinz Guangdong im Süden Chinas, von einer ganz anderen, nur als unmenschlich zu bezeichnenden Seite.

Dort nämlich läuft eine Hetzjagd auf Paare, die sich der Ein-Kind-Politik widersetzen. Zwar darf diese offiziell nicht mit Hilfe von Zwangsmaßnahmen durchgesetzt werden, doch ein mutiger Lokaljournalist deckte jetzt eine Sterilisationskampagne in Guangdong auf, wonach Menschen als Geiseln genommen werden, um ihre Verwandten zur Sterilisation zu zwingen.

Der Journalist der südchinesischen Lokalzeitung „Nanfang Nongcunbau“ hatte seinen Bericht mit der Überschrift „Sie sperren die Verwandten ein, um Mehrkindeltern zur Sterilisation zu zwingen“ offenbar über Hunderte von Webseiten verbreitet.

Bisher wurden mindestens 1.377 Personen in Sippenhaft genommen. Wie viele Familien sich dem Druck gebeugt haben, ist noch unbekannt. Doch die Behörden vermelden bereits im Internet, dass Ärzte und Kliniken rund um die Uhr mit den Operationen beschäftigt seien.