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Gesundheitsreform: Lausbubenstreiche von die Bay´n

Donnerstag, 4. März 2010
Gesundheitsreform: Lausbubenstreiche von die Bay´n

Franz Josef Strauß könne man nur verstehen, wenn man berücksichtige, dass "wir Bayern" einen tief sitzenden Minderwertigkeitskomplex gegenüber "denen da oben" haben, erklärte mir mal eine altbayerische Bekannte. Wobei "oben" sowohl geografisch wie soziologisch gemeint war. Zum Verstehenlernen taugen auch Ludwig Thomas Lausbubengeschichten vom bösen Buben, der den Großen Streiche spielt und sich doch immer als Unschuldslamm sieht.

Horst Seehofer und Markus Söder und ihrer Querschüsse gegen die mutmaßliche Gesundheitsreform passen prima ins Erklärungsmuster, ward dem Markus doch jemand anderer als Ge­sund­heits­mi­nis­ter im Bund vorgezogen und will auf den Horst, der doch wirklich ein Fachmann ist, keiner von die Preissn hören. Da bleibt nur die Rolle als Störenfried. Und doch beteuern der Horst wie der Markus mit treuem Augenaufschlag, nur das beste zu wollen.

Was tun? Ein wenig Entgegenkommen in der Sache, ein kleiner Dämpfer für den Preiss´n-Guido, ein wenig Respekt vor die Bay´n. Denn die Franz Josefs und die Horste (wie bildet man den Plural von Horst?) sind klug. Sie wissen, wann sie einlenken müssen und stellen das Porzellan im letzten Augenblick wieder aufs Bord, statt es zu zerdeppern. Meistens jedenfalls.