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Neue Grippe ­– Information statt Panikmache und Banalitäten

Donnerstag, 12. November 2009
Neue Grippe ­– Information statt Panikmache und Banalitäten

Mit Kollegenschelte sollte man sich zurückhalten. Doch es ist nicht hinzunehmen, wie die Laienpresse teilweise über die Neue Grippe berichtet und damit zur Verunsicherung der Bevölkerung beiträgt. Titelzeilen wie „Jetzt wird es richtig gefährlich“ oder „35 000 Tote“ entwerfen ein inakzeptables Horrorszenario.

Mit solchen Schlagzeilen wird Angst und Unsicherheit geschürt, um Auflagen zu erhöhen. Doch nicht nur mit Panikmache warten viele Zeitungen und Fernsehsendungen auf, sondern auch mit absoluten Banalitäten. So zeigte beispielsweise RTL in einer Sendung, wie sich eine Redakteurin impfen ließ. „Ich muss schon sagen, dass mir der Oberarm ein bisschen weh tut. Man kann zwar diese Einstichstelle, wo mir die Impfung gespritzt wurde, kaum erkennen. . .“, erklärte sie der Moderatorin.

Doch wer will das eigentlich wissen? Es bleibt zu hoffen, dass sich die Medien künftig mit solchen Trivialitäten, aber auch mit Spekulationen, Horrorszenarien und Falschinformationen zurückhalten und stattdessen zur notwendigen Aufklärung über die Schweinegrippe beitragen.