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Heiße Ware: Apobank und Konsorten

Mittwoch, 16. September 2009
Heiße Ware: Apobank und  Konsorten

Unter den Genossenschaftsbanken in Deutschland ist sie die größte, die Deutsche Apotheker- und Ärztebank, kurz Apobank. Doch in der Liste der nach Bilanzsumme hundert größten deutschen Banken taucht sie erst an 32. Stelle auf. Jetzt endlich rangiert sie in einer Aufstellung, in der man sie freilich lieber nicht sähe, unter den ganz großen.

Der Berliner "Tagesspiegel" veröffentlichte am Sonntag, den 13. September 2009, eine bisher vertraulich gehaltene Liste, auf der die Apobank (Bilanzsumme 41 Milliarden Euro) mit der Deutschen Bank (Bilanzsumme 2,2 Billionen Euro) gleichauf liegt. Die Standesbänker hatten der HRE (HypoRealEstate)-Gruppe 261 Millionen Euro unbesichert geliehen (Deutsche Bank 274 Milllionen). In der Liste, bei der der "Tagesspiegel" sich auf die HRE und die Bundesbank als Quelle beruft, tauchen auch andere gute Bekannte auf. Der Größe nach (alles in Millionen Euro, Stichtag ist jeweils der 26. September 2008):

Apobank die besagten 261; Versorgungseinrichtung der ÄK Schleswig-Holstein 120; Versorgungswerk der ÄK Hessen 80; KV Bayerns 62. Eine Aufstellung der Inhaber unbesicherter Namensschuldverschreibungen der HRE-Gruppe führt des weiteren auf: Deutsche Ärzteversicherung 136,5; Bayerische Ärzteversorgung 22; Versorgungseinrichtung der ÄK München 5.

Zur Beruhigung, wenn´s denn beruhigend ist, wenn selbst seriöse Standes-Einrichtungen der Versuchung nicht widerstehen konnten: Da der Staat die HRE stützt, sind diese unbesicherten Forderungen nicht unbedingt verloren. Notfalls kommt der Steuerzahler dafür auf. Was übrigens nicht für Papiere von Lehman Brothers oder isländischen Banken gilt. Aber das wäre ein anderes Kapitel. Solche Engagements werden unser Standes-Einrichtungen, so sie heiße Ware in den Büchern hatten, gewiß ihren Aufsichtsgremien getreulich und in aller Stille gebeichtet und schon abgeschrieben haben.