aerzteblatt.de

Anti-Aids-Kampagne: Diskriminierend und sexistisch

Mittwoch, 9. September 2009
Anti-Aids-Kampagne: Diskriminierend und sexistisch

Eine neue Anti-Aids-Kampagne sorgt zurzeit nicht nur in Deutschland für Aufregung. In einer wohl bewussten Provokation zeigt die Agentur „das comitee“  in Zusammenarbeit mit dem Verein Regenbogen unter dem Motto „Aids ist ein Massenmörder“ Video-Spots mit Adolf Hitler beim Sex. Weitere Protagonisten der Kampagne sind Josef Stalin und Saddam Hussein.

Diese Spots stießen auf heftige Kritik beispielsweise der Deutschen Aids-Hilfe, die sogar rechtliche Schritte erwägt. Sie weist zu Recht darauf hin, dass die Spots in keinerlei Hinsicht vermitteln, wie man sich vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten schützt. Doch gerade das sollte der Sinn einer Anti-Aids-Kampagne sein. Zahlreiche andere Gründe sprechen ebenfalls gegen die Aktion.

Sie ist gleichzeitig unästhetisch, sexistisch und diskriminierend. HIV-Infizierte werden mit Massenmördern gleichgesetzt, Frauen als willige Opfer inszeniert, die Opfer des Nationalsozialismus werden gekränkt und verhöhnt.  Der Verein Regenbogen zeigt sich von den heftigen Reaktionen überrascht. Doch hätte er damit nicht rechnen müssen? Zum Glück hat Youtube das Video inzwischen von seiner Plattform entfernt.