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Landtagswahlen: 2 Ausnahmefälle

Mittwoch, 2. September 2009
Landtagswahlen: 2 Ausnahmefälle

Zwei der drei Landtagswahlen am vergangenen Wochenende standen unter einem besonderen Stern und eignen sich deshalb nicht als Vorzeichen für die Bundestagswahl am 27. September: an der Saar profitierte "unser Oskar" vom Heimvorteil, in Thürigen spielte die Gesundheit des Kandidaten Althaus - die war in privater Runde und in den Köpfen allgegenwärtig - eine besondere Rolle: hatte er seinen neujährlichen Skiunfall tatsächlich, wie er und seine Entourage behaupteten, physich und psychisch gut überstanden? Aus der neurologischen Rehabilitation war er Mitte März überraschend früh zurückgekehrt. Physisch ok?

Im Wahlkampf hatte er mehrfach, insbesondere mit Blick auf die vom ihm fahrlässig getötete junge Frau, den Unfall derart penetrant thematisiert, dass er wenige Tage vor der Wahl einer Schweigevereinbarung mit der Familie der Getöteten zustimmen musste. Wahltaktik oder Hinweis auf ein anhaltendes psychisches Trauma? Die Wähler und vielleicht besonders die  Wählerinnern zeigten entgegen aller Parteitaktik ein feines Gespür. Althaus und seine Partei hätten dem Wähler dieses Dilemma ersparen sollen.