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Vertreter der Kirchen – notwendige Einmischung

Dienstag, 1. September 2009
Vertreter der Kirchen – notwendige Einmischung

Die Vertreter der großen christlichen Kirchen in Deutschland nehmen Stellung zur Gesundheitspolitik. Und dabei sparen sie durchaus nicht mit Kritik. So beklagte heute auf dem Deutschen Kassenärztetag in Berlin der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, ein wachsendes „Diktat der Ökonomie“ im Gesundheitssystem. Die „Managementlogik“, die zunehmend Einzug ins Gesundheitswesen halte, habe ihre Grenzen.

Auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, lehnte vor Kurzem vor Ärzten im Caritas-Krankenhaus in Bad Mergentheim eine Orientierung ausschließlich an marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten ab und sprach sich für ein solidarisches Gesundheitswesen aus. Ärzte sollten sich nicht nur für die „Reparatur eines bestimmten körperlichen Defekts“ zuständig fühlen, sondern den kranken Menschen „mit wohlwollender und wertschätzender Zuwendung“ begleiten.

Es ist zu begrüßen, dass Huber und Zollitsch vor solch klaren und mahnenden Worten nicht zurückschrecken. Denn wer, wenn nicht die Kirchen, kann letztendlich an die christlichen Werte wie Solidarität und soziale Gerechtigkeit erinnern?

Und dass man die gesamte Lebenssituation eines Menschen beachten, die Palliativmedizin stärken, das Sterben als Teil des Lebens begreifen und dem Patienten mit einer inneren Haltung begegnen sollte, all diesen Forderungen, die von Zollitsch und Huber ebenfalls erhoben wurden, werden sich wohl auch die meisten Ärzte anschließen können.

gammon am Mittwoch, 2. September 2009, 17:04
Vernebelungstaktik
"Denn wer, wenn nicht die Kirchen, kann letztendlich an die christlichen Werte wie Solidarität und soziale Gerechtigkeit erinnern?"
Jetzt habe ich doch glatt meinen Kaffee verschüttet. Was für ein Zeug hat der Autor denn da geraucht?
Seit wann sind denn das christliche Werte? Schon mal in das neue Testament geschaut? Vielleicht Jesus' Werte, aber doch nicht die seiner Nachfolger.

Um die Frage zu beantworten: jeder mit Verantwortungsbewußtsein kann diese Werte vorleben. Manchmal wird man dafür aber vom Establishment ans Kreuz genagelt. Und das tut ganz schön weh. Also besser nur daran erinnern.

An ihren Taten werdet Ihr sie erkennen: es ist ja so einfach an die Werte zu erinneren. Wie wäre es mal mit ausüben? Wie werden denn die Angestellten in den kirchlichen Einrichtungen (Kindergärten, Krankenhäusern, Altenheimene etc.), die übrigens oft größtenteil von Steuergeldern finanziert werden, bezahlt? Nach marktwitschaftlichen Preisen, oder? Und zahlen die Kirchen Steuern auf ihre Gewinne, schon allein der Solidarität wegen?

Ach ja, "Und dabei sparen sie durchaus nicht mit Kritik." Na, da werden einige (wer denn eigentlich?) jetzt ganz große Angst bekommen.

Mal wieder eine Vernebelungstaktik, powered by Kirche.