aerzteblatt.de

Leseschulden

Montag, 11. Mai 2009
Leseschulden

Rund um PJ und Examen kann man schlecht nebenher arbeiten. Daher verwundert es auch kaum, dass mein Bankkonto mitunter dem Inhalt meiner Wissenslücken rund um die Dermatologie ähnelt. Mir fiel jedoch neulich auf, dass sich bei mir eine ganz neue Art von Schulden aufgebaut hat: Leseschulden!!!

Ja, so etwas gibt es anscheinend wirklich. Damit meine ich nicht die üblichen Lernversäumnisse, nein die sind es nicht. Aber ganz langsam hat sich eine ellenlange Liste von Büchern, Zeitschriften, Internetseiten oder sogar Postkarten angesammelt, die ich mit folgendem Gedankenvermerk auf die lange Bank geschoben habe: „Dafür habe ich jetzt weder Zeit, Gewissen oder Geduld. Das kann ich auch nach dem Examen lesen.“

Somit warten nun einige Ausgaben der c’t, unzählige Lesezeichen in meinem Browser, von geschätzten Personen gegebene Lesetipps und die bereits erwähnten Postkarten nicht minder geschätzter Bekannter darauf, von mir gelesen zu werden. Ich sollte ihnen vielleicht ein Wartezimmer einrichten. Dort können sie sich zum Zeitvertreib gegenseitig lesen und darüber schimpfen, wie lange ich auf mich warten lasse. Eine besonders anständige Lektüre könnte dann entgegnen: „Aber der Herr Pulmonalis nimmt sich für jeden von uns viel Zeit. Da muss man eben auch mal warten bis man dran ist.“

Hofft auf einsichtige Lektüre,

Euer Anton Pulmonalis