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Tageshelligkeit

Montag, 27. April 2009
Tageshelligkeit

Die Tageshelligkeit liegt inzwischen über derjenigen der alten Heimat Deutschland. Was wir im Winter vermissen, haben wir hier am Polarkreis im Sommer zuviel. Man bekommt so einen anderen Tageslauf und Lebensstil – früher auf, später ins Bett, schlafen – mal zwischendurch. Ohne Verdunklung im Schlafzimmer geht es kaum.

Auf jeden Fall läuft diese Entwicklung über Wochen in ein erhebliches Schlafdefizit, doch im Winter kann man es gut wieder aufholen. Man ist fast geneigt, eine gewisse Bipolarität des Lebensstils zu diagnostizieren.In der immer kürzer werdenden Nacht schwindet leider der Blick auf den Sternenhimmel - zuviel Licht.

Natürlich werden im Winter alle Möglichkeiten der „Innenaktivitäten“ intensiv genutzt, Vereine, Chor, Training ab Oktober zunehmend innen, ab Februar kommen die (Schnee - relatierten) Außenaktivitäten dazu, ab April/Mai dann Außensport, Touren, Wanderungen. Einige Extremisten, so wie mein hiesiger chirurgischer Kollege, sind gerne auch z.B. mit Hundeschlitten im Winter unterwegs, hat was.

Die Reinheit der Luft macht das Licht noch klarer und intensiver, längst haben wir bei Besuchen in Deutschland verstanden, dass es dort nicht neblig oder diesig ist, sondern normale Sicht!

Hier kann man Regenschauer aus der Ferne kommen sehen und auch während des Regens ist es nicht wesentlich trübe, ungewohnt am Anfang. Wäscheklammern, über den Winter draußen geblieben, sind nicht schmutzig. Licht und Luft machen es auch schwer, realistisch Entfernungen zu schätzen, immer ist es erheblich weiter als man dachte.