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Terra - Finanzkrise - Kreditderivate - Entwicklung

Mittwoch, 25. März 2009
Terra - Finanzkrise - Kreditderivate - Entwicklung

Auch in meiner Heimatkommune hat es 2007 eingeschlagen. Die Kommune(Gemeinde) hatte nach Freigabe durch die Oberkommunale Aufsicht Hypotheken auf zukünftige Wasserkrafteinnahmen aufgenommen. Dann wollte sie mit diesem Geld im US-amerikanischen Immobilienmarkt mitmischen.

Das alles geführt und angefeuert von einer Beratungsfirma mit dem Namen Terra, das Geld geliehen von einer Bank, die dem norwegischen Staat gehört. Wichtig zu wissen, Wasserkraftkommunen sind reich im interkommunalen Vergleich, sodass auch etwas Schadenfreude von "ärmeren" Kommunen zu spüren war.

Als die Geschäfte platzten, ging sofort die Beratungsfirma bankrott, dort war nichts mehr zu holen, noch streitet man sich mit Aufsichtsbehörde (war vielleicht geschmiert) und Bank (hätte Rat geben müssen), aber die Verluste sind enorm, auch die Vertrauensverluste.

Glücklicherweise halten sich die Auswirkungen auf die Versorgungslage im medizinischen Bereich gering. Man muß wissen, dass in Norwegen die Kommunen die Betreuung von chronisch Kranken, Behinderten und älteren Mitbürgern übernehmen, mithilfe der Rentenversicherung und des Staates in speziellen Fällen.

Die sogenannten "sozialen Dienste" haben viele Angestellte, Gemeindekrankenschwestern, Betreuungspersonen, Sozialarbeiter, die auch im Bereich der Gemeindepsychiatrie und mit Suchtproblemen arbeiten. Generell ist die Versorgung durch die kommunalen Dienste gut. Man bedenke immer die Bevölkerungsdichte von 5 Personen/km², auch wenn es sich bündelt!

Die Winterdienste sind (klar!) gut, Schwimmbad, Sporthalle, Theater, Förderung kultureller Initiativen auf hohem Niveau. Immer wieder fehlt es an hoch qualifiziertem Personal – der Sog der großstädtischen Regionen. Auf den Inseln und im Küstenbereich gibt es sowohl Landflucht als auch Erfolgsstories, so wuchs das Durchschnittseinkommen auf einer Insel vor der Küste im vorigen Jahr um 19%, Fisch...