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Ausland – 25.05.2017

Millionen US-Bürger durch neue Gesundheitsreform ohne Absicherung

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama zeigte sich beim Evangelischen Kirchentag in Berlin besorgt über die Entwicklung im US-Gesundheitssystem. /dpa

Washington/Berlin – Der frühere US-Präsident Barack Obama hat eindringlich dafür geworben, die von ihm eingeleitete Reform des amerikanischen Gesundheitswesens fortzusetzen. Die medizinische Versorgung von mehr Menschen in den USA sei angesichts der politischen Entwicklungen derzeit „insgesamt bedroht“, beklagte Obama heute bei einer öffentlichen Debatte beim Evangelischen Kirchentag in Berlin mit Blick auf seinen Amtsnachfolger Donald Trump.

„Wir haben einen neuen Standard gesetzt“, betonte Obama. Er habe sich „als Staffelläufer gesehen, jetzt habe ich den Stab übergeben an den nächsten Läufer“. Als US-Präsident müsse man „anerkennen, dass man nie alles erreicht, was man anstrebt“. So sei sein Ziel gewesen, den US-Amerikanern mit „Obamacare“ zu 100 Prozent eine medizinische Versorgung zu verschaffen. Immerhin hätten 20 Millionen Menschen zusätzlich profitiert. Darauf sei er „sehr stolz“. Obama hatte Anfang Mai in einer Rede indirekt an Trump appelliert, die nach ihm benannte Gesundheitsversorgung nicht zu demontieren.

Erst gestern hatte der Versuch Trumps, die Reform zu ersetzen, einen Rückschlag erlitten. Die parlamentarische Prüfbehörde CBO erklärte, durch den zur Debatte stehenden und inzwischen vom Repräsentantenhaus angenommenen Vorschlag würden bis zum Jahr 2026 rund 23 Millionen Amerikaner die Krankenversicherung verlieren.

Dies sind fast dieselben CBO-Zahlen wie bei der ersten Gesetzesvorlage des Trump-Lagers zur Reform des US-Gesundheitssystems, die im März gescheitert war. Für Trump war dies eine herbe Niederlage. Erst Anfang Mai konnte er dann die angestrebte Ab­schaffung der Gesundheitsreform seines Vorgängers Barack Obama im Repräsentanten­haus durchsetzen. Der Senat muss noch zustimmen. Trump hatte im Wahlkampf ver­sprochen, das als Obamacare bekannte Gesundheitssystem durch ein neues Modell zu ersetzen.

Durch die ursprüngliche Vorlage zur Reform des Gesundheitssystems wäre die Zahl der Bürger ohne Krankenversicherung im kommenden Jahr laut CBO ebenfalls um 14 Millionen gestiegen, bis zum Jahr 2026 um 24 Millionen.

Nach der neuen Reform läge die Zahl der Menschen ohne Krankenversicherung in den USA im Jahr 2026 insgesamt bei 51 Millionen gegenüber 28 Millionen, wenn Obama­care beibehalten würde. Zugleich wird durch die neue Reform laut CBO das staatliche Defizit zwischen 2017 und 2026 um 119 Milliarden Dollar verringert.

© afp/dpa/aerzteblatt.de

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