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Ausland – 21.06.2017

Deutschland und China suchen nach Gemeinsamkeiten

Berlin – Trotz der Unterschiede im Gesundheitssystem zwischen Deutschland und China ist in beiden Systemen die Digitalisierung aktuell eines der wichtigsten Themen. Das wurde auf dem 10. Symposium der Deutsch-Chinesischen Gesellschaft für Medizin deutlich, bei dem Vertreter beider Seiten Gemeinsamkeiten, aber auch deutliche strukturelle Gegensätze der Entwicklungen herausstellten.

Dabei geht es nicht nur um die unterschiedliche Größe der Bevölkerung, sondern auch um das Regierungshandeln: So stellte ein Vertreter der chinesischen Botschaft in Berlin heraus, dass die Staatsregierung in den vergangenen Monaten 14 Dokumente zur Förderung der Digitalisierung im Gesundheitswesen herausgegeben hat.

Zusammenarbeit „sehr wertvoll“

Die Zusammenarbeit beider Länder in einer eigenen Gesellschaft bezeichnete Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) in seinem Grußwort als „sehr wertvoll“. Er wolle die Bemühungen der Mediziner auch weiter begleiten. Bei einem Besuch im Deutsch-Chinesischen Freundschaftskrankenhaus in Wuhan konnte er sich kürzlich über die Fortschritte in der Digitalisierung im chinesischen Gesundheitswesen informieren, berichtete Gröhe.

Ein Vertreter des Bundeswirtschaftsministeriums mahnte, dass es einen diskriminierungsfreien Marktzugang für deutsche Unternehmen in China geben müsse und deutsche Unternehmen dabei gleiche Rechte wie chinesische Unternehmen in Europa haben müssten. Nur so könne sich die Zusammenarbeit weiter entwickeln.

Um die Patienten in den staatlichen Krankenhäusern in China, die oftmals mindestens 6.000 Betten haben, zu versorgen, werden verstärkt Patienten-Terminals eingesetzt, an denen Menschen ihre Arzttermine buchen und Einblicke in ihre Gesundheitsdaten bekommen können. Dort können sie ebenfalls ihre Untersuchungsunterlagen und beispielsweise Röntgenbilder ausdrucken, berichteten Ärzte aus China.

In China entwickelt sich derzeit der Markt für Apps, mit denen man Termine bei „guten Ärzten“ buchen kann, rasant. Die Applikation, die sich in der Übersetzung „Buche einen Guten-Arzt“ nennt, wurde innerhalb von sechs Monaten auf 25 Millionen Endgeräte heruntergeladen. Mit dieser App können man auch gleichzeitig den Arzt für den Termin – der auch per Video-Kamera stattfinden kann – bezahlen, berichteten Christian Egle vom Beratungsunternehmen Ernst&Young.

© bee/aerzteblatt.de

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