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Ausland – 24.03.2017

Marihuana-Boom: Nordamerikas Cannabis-Industrie floriert weiter

Oakland – In Nordamerika wächst der legale Handel mit Marihuana weiter rasant. Im ver­gangenen Jahr legte der Markt um 34 Prozent zu, so das Ergebnis einer gestern ver­öffent­lichten Studie des Analysehauses Arcview Market Research. Verbraucher gaben demnach 2016 mehr als 6,7 Milliarden Dollar (6,2 Milliarden Euro) für Cannabis-Produkte aus. Mehr als die Hälfte der US-Bundesstaaten lässt inzwischen den Gebrauch von Mari­huana zu medizinischen Zwecken oder ganz zu. Das florierende Geschäft zieht Investo­ren und Unternehmer an und hat eine Vielzahl von Produkten rund um Cannabis hervor­gebracht.

Die sogenannten Edibles reichen von Gebäck und Drinks über Tinkturen, Lotionen oder Entspannungspillen bis hin zu Beruhigungsmitteln oder Appetitmachern – sogar für Haus­tiere. In Colorado, der US-Hochburg der Branche, wo Marihuana schon länger nicht nur als Medikament erlaubt ist, entfallen laut Arcview inzwischen nur noch 56 Prozent des Cannabis-Geschäfts auf den klassischen Verkauf von „Gras“.

Unsicherheit für die Branche bringt allerdings der Regierungswechsel in den USA. Nach Bundesgesetz ist Marihuana weiter verboten, die Administration von Barack Obama hielt sich aber zurück und überließ die Regulierung den Bundesstaaten. Das könnte sich un­ter US-Präsident Donald Trump ändern. Vor allem dessen Justizminister Jeff Sessions hatte sich in der Vergangenheit kritisch zu Marihuana geäußert.

Der Arcview-Analyse nach hält sich die Gefahr jedoch in Grenzen. Die Marktforscher sa­gen jährliche Wachstumsraten von 27 Prozent bis 2021 voraus. Die Branche setzt auf die voranschreitende Legalisierung in Kalifornien und im Nachbarland Kanada. Die Studie zeigt indes auch, dass der weitaus größere Anteil der Cannabis-Geschäfte weiterhin im Schwarzmarkt stattfindet – insgesamt wurden in Nordamerika 2016 dem­nach 56,1 Milliar­den für Marihuana-Produkte ausgegeben.


Leserkommentare

woewe am Samstag, 25. März 2017, 01:21
Gefahr eines Verbots?
Überall, wo Cannabis weitgehend verboten ist, wird vor einer Legalisierung gewarnt wg. der Gefahr durch Cannabis besonders auf Jugendliche - und die Niedersächsische Ärztekammer warnt sogar offiziell deswegen vor einem Einsatz von Cannabis als Medizin, wie hier heute zu lesen ist.
Aus den US-Bundesstaaten, wo Cannabis legalisiert wurde, hörte man anfänglich noch von Problemen mit Edibles und dass diese und andere Cannabis-Produkte in Kinderhand gelangen könnten. Aber inzwischen sind selbst diese Risiken und Warnungen aus den Meldungen von dort verschwunden. Und die einzige Gefahr ist dort die eines Verbots?
Auf welcher Seite ist jetzt verkehrte Welt?

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