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Vermischtes – 26.06.2017

Jedes dritte neue Arzneimittel ist ein Biopharmazeutikum

Berlin – Biopharmazeutika, also gentechnisch hergestellte Medikamente, sind zur Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten in Deutschland in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden. Das zeigt der neue Branchenreport „Medizinische Biotechnologie in Deutschland 2017“, den die Interessengruppe Biotechnologie im Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa bio) heute in Berlin zusammen mit dem Beratungsunternehmen The Boston Consulting Group (BCG) vorgestellt hat.

Danach waren 2016 mehr als ein Drittel (37 Prozent) aller neu zugelassenen Medikamente Biopharmazeutika. Unter ihnen waren auch Biosimilars, also Nachbildungen von Original-Biopharmazeutika, die nun verstärkt auf den Markt kommen. 2016 betrug der Umsatz mit Biopharmazeutika 9,3 Milliarden Euro (Netto-Umsatz im deutschen Apotheken- und Klinikmarkt, Zwangsrabatt abgezogen) gegenüber 8,2 Milliarden Euro 2015. Ihr Marktanteil erreichte 24,8 Prozent.

„Dieses Wachstum reflektiert, dass Biopharmazeutika immer mehr Patienten mit meist sehr schweren Krankheiten eine Therapie ermöglichen“, sagte Frank Mathias, Vorsitzender von vfa bio und Geschäftsführer der Rentschler Biotechnologie GmbH. Er betonte, die Branche legt Ihren Schwerpunkt weiterhin darauf, neuartige medizinische Lösungen durch Originalpräparate zu schaffen. Der Report zählt 636 biopharma­zeutische Entwicklungsprojekte in allen Phasen der klinischen Erprobung.

Das Schwerpunktthema des aktuellen Biotech-Reports sind biopharmazeutische Krebsmedikamente. Die Unternehmen der medizinischen Biotechnologie in Deutschland arbeiteten im Augenblick an 264 fortgeschrittenen Projekten für neue Biopharmazeutika gegen 37 verschiedene Krebserkrankungen.

„Biopharmazeutika werden gegen häufige, aber auch gegen sehr seltene Krebsarten wie Gliom oder Gallenblasenkrebs entwickelt. Die Unternehmen kümmern sich auch um Anwendungsgebiete, in denen es nur wenige Patienten gibt, aber der medizinische Bedarf hoch ist“, betonte Mathias.

Neben dem medizinischen Nutzen verweist der Verband auch auf die wirtschaftliche Bedeutung der Branche: Laut dem Report ist die Zahl der Beschäftigten 2016 um 8,1 Prozent auf mehr als 44.000 gestiegen.

© hil/aerzteblatt.de

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