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Vermischtes – 28.04.2017

Erhöhte Krebsrate könnte mit Bohrschlammgruben zusammenhängen

Rotenburg (Wümme) – Die Ursache für die erhöhte Krebsrate in der Samtgemeinde Bot­hel ist noch nicht geklärt, jedoch gibt es Hinweise auf einen Zusammenhang mit Bohr­schlamm­gruben in der Nähe der Wohnorte der Erkrankten. Das ist ein Ergebnis der be­reits Ende 2014 gestarteten Befragung der Einwohner, wie der Landkreis Rotenburg
(Wümme) heute mitteilte.

In der Gemeinde Bothel zwischen Bremen und Lüneburg erkrankten laut einer Untersu­chung des niedersächsischen Krebsregisters zwischen 2003 und 2012 überdurch­schnitt­lich viele Männer an Leukämie und Lymphomen. Die Menschen in der Region befürch­ten, dass dies mit der Erdgasförderung in der Gegend zu tun haben könnte. Bohr­schlamm­gruben beinhalten Rückstände aus Grabungen der Erdgasindustrie.

Der Landkreis hatte im November 2014 alle 6.978 Einwohner von Bothel mit einem Fra­gebogen angeschrieben und zu eigenen Krebserkrankungen beziehungsweise Erkran­kungen von Angehörigen befragt. Dabei wurden bei den Männern 37 Fälle von hämato­lo­gischen Krebserkrankungen mit Hilfe des niedersächsischen Landesgesundheitsamtes näher analysiert.

Die räumliche Nähe des Wohnortes zu Bohrschlammgruben habe bei diesen Fällen ei­nen Anhaltspunkt für einen möglichen Zusammenhang gegeben, hieß es. Acht der Män­ner waren zudem lange in der holzverarbeitenden Industrie tätig. Andere Gemeinsam­kei­ten gab es nicht. Jetzt sollen weitere Untersuchungen folgen. „Dabei wäre auch eine deut­liche Ausweitung des Untersuchungsgebietes auf im Idealfall alle Regionen mit Bohr­schlammgruben zu diskutieren“, regte der Landkreis an.

Zum jetzigen Zeitpunkt seien mögliche auslösende Faktoren ebenso unklar wie ein even­tueller Wirkungsweg, etwa über das Wasser oder die Luft. Zudem müsse geklärt werden, warum die Erhöhung der Krebsrate auf Männer beschränkt sei.

© dpa/aerzteblatt.de

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