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Ärzteschaft – 28.03.2017

KBV und KVen informieren über Kinder-Früherkennungs­untersuchungen

Berlin – Eine Informationskampagne zum Kinder-Früherkennungsprogramm haben die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) heute in Berlin vorgestellt. „Die Vorbeugung vermeidbarer Krankheiten insbeson­dere bei Kindern stellt eine wichtige Aufgabe dar. Wird eine mögliche Erkrankung oder Entwicklungsstörung rechtzeitig erkannt, so zahlt sich dies für das gesamte Leben aus“, sagte der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende Stephan Hofmeister. „Die nieder­gelassenen Ärzte sind erste Ansprechpartner beim Thema Prävention“, betonte er.

Das Früherkennungsprogramm innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung regelt der Gemeinsame Bundesausschuss über die Kinderrichtlinie. Sie ist jüngst überarbeitet worden.

Danach soll der Kinderarzt im Verlauf des ersten Lebensjahres alters­entsprechende Re­ak­tionen des Kindes auf seine Bezugsperson, die Stimmung des Kin­des und sein Kon­takt­verhalten strukturiert einschätzen. Sie sieht außerdem vor, dass der Kinderarzt die Eltern im Rahmen der U-Untersuchungen zu besonderen Problem­bereichen beraten soll, zum Beispiel zum Thema Schreibabys und für ältere Kinder zum Medienkonsum und zum Suchtverhalten. Auch Auskünfte zu regionalen Eltern-Kind-Angeboten sind nun Teil des Vorsorgeprogramms.

Im Augenblick nutzen laut Hofmeister aber nur wenige Eltern das Untersuchungsange­bot im vollen Umfang. Eine Maßnahme des Kinder-Früherkennungsprogramms, die seines Erachtens nach häufiger wahrgenommen werden sollte, ist die Impfberatung. „Impfun­gen, die im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherungen angeboten wer­den, schüt­zen Kinder vor Krankheitserregern. Wie wichtig eine rechtzeitige Impfung ist, zeigen die Masernfälle der jüngsten Vergangenheit in Deutschland“, erklärte Hofmeister.

Im Rahmen ihrer jährlichen Präventionsinitiative wollen KBV und KVen das Kinder-Früh­er­kennungsprogramm bekannter machen. Sie haben dazu Wartezimmerplakate und Flyer mit dem Titel „Gesund durch die ersten Lebensjahre“ entwickelt. „Mit dem Flyer, der jede Vorsorgeuntersuchung von der U1 bei Neugeborenen, über die U7 und U7a, bis zur U9 bei Fünfjährigen genauer beschreibt, wollen wir dazu beitragen, dass Eltern das Po­ten­zial der Früherkennung sehen und die Untersuchungen wahrnehmen“, sagte Hof­meis­­­ter.


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