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Ärzteschaft – 26.06.2017

Hausarztvertrag in Baden-Württemberg erweitert

Stuttgart – Medi Baden-Württemberg, Hausärzteverband Baden-Württemberg und die teilnehmenden Betriebskrankenkassen (BKK) erweitern Anfang Juli ihren gemeinsamen Hausarztvertrag. Darauf haben die Vertragspartner jetzt hingewiesen.

Das neue Angebot „Verah TopVersorgt“ für Patienten mit höhergradiger Herzinsuffizienz und mit Diabetes mellitus Typ 2 mit Komplikationen soll den Patienten aktiver in die Behandlung einbeziehen. Er lerne Warnhinweise frühzeitig zu erkennen und Risiken zu vermeiden, hieß es von den Vertragspartnern. Das Angebot umfasst auch die Vermitt­lung von Präventionsangeboten, die regelmäßige Medikamentendurchsprache und auf Wunsch die Einbindung der Angehörigen.

„Die intensivierte Betreuung findet auf Basis der aktuellen wissenschaftlichen Leitlinien statt. Außerdem werden mit dem Patienten individuelle Behandlungsziele vereinbart. So erreichen wir eine qualitativ hochwertige Behandlung und eine hohe Motivation der teilnehmenden Patienten“, betonte Dagmar Stange-Pfalz, Vorsitzende des Vertragsausschusses der BKK Vertragsarbeitsgemeinschaft Baden-Württemberg und Vorstand der BKK VerbundPlus. Ebenfalls neu ist ein Versorgungsmodul für Versicherte mit Adipositas.

„Patienten mit höhergradiger Herzinsuffizienz beziehungsweise Diabetes mellitus Typ 2 werden durch den Hausarzt und die Verah intensiv betreut, damit eine Krankheits­progredienz vermieden werden kann, verbunden mit einer Reduktion von Morbidität und nicht zuletzt Kosten für die Betriebskrankenkassen“, sagte Berthold Dietsche, erster Vorsitzender des Hausärzteverbandes Baden-Württemberg.

„Die beteiligten Betriebskrankenkassen bezahlen den Mehraufwand in den Hausarztpraxen angemessen und sichern so die Zukunft der hausarztzentrierten Versorgung für Hausärzte und Patienten“, sagte Werner Baumgärtner, Vorstands­vorsitzender von Medi Baden-Württemberg und Medi Geno Deutschland. Er wies daraufhin, dass ab Anfang Juli auch die Palliativversorgung gesondert vergütet werde. Für die Behandlung eines Palliativpatienten erhalte der Hausarzt für maximal fünf Quartale künftig einen Zuschlag von jeweils 120 Euro.

© hil/aerzteblatt.de

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