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Ärzteschaft – 22.05.2017

KBV will Chancen der Digitalisierung sinnvoll nutzen

Thomas Kriedel /Gebhardtl

Freiburg – Als einmalige Datenautobahn für mehr als 100.000 Nutzer schafft das Sichere Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen (SNK) beste Voraussetzungen für den digitalen Wandel im Gesundheitswesen. Während die Industrie sinnvolle Anwendungen für den Behandlungsprozess entwickele, „müssen wir uns um die Infrastruktur kümmern – sozusagen um die Straßen für die vernetzten E-Health-Dienste und um die Regeln ihrer Benutzung“, unterstrich Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) heute auf der KBV-Vertreterversammlung im Vorfeld des Deutschen Ärztetages.

Ein besonderes Augenmerk liege dabei auf der Interoperabilität. „Wir brauchen wir Standards – und zwar Sicherheitsstandards und Dokumentationsstandards, die eine echte Interoperabilität ermöglichen“, forderte der KBV-Vorstand. Derzeit sei es häufig unmöglich, einfach von einem Praxisverwaltungssystem (PVS) ohne Probleme zu einem anderen zu wechseln. Es fehlten übergreifende Schnittstellen. Kriedel plädierte dafür, TI und Digitalisierung sinnvoll voranzutreiben.

Sinnvolle Digitalisierung bedeutet, dass sie dem Patienten nützt. Thomas Kriedel

„Sinnvolle Digitalisierung bedeutet, dass sie dem Patienten nützt, die Versorgung verbessert und Datensicherheit gewährleistet wird. Sie muss die Arbeit für die Ärzte erleichtern und für sie kostenneutral sein“, führte der KBV-Vorstand aus. Mit einem Grundsatzpapier zur Digitalisierung werde die KBV die erforderlichen Rahmenbedingungen für den digitalen Wandel gezielt unter die Lupe nehmen – und zwar über kurzfristige Forderungen zur Bundestagswahl hinweg.

„Wir wollen den Fragen nachgehen, wie die TI weiterentwickelt werden kann und ob sie so, wie sie vor über zehn Jahren geplant wurde, den Realitäten heute noch gerecht wird“, sagte Kriedel. So müsse beispielsweise geklärt werden, welchen Beitrag Apps zur Versorgung leisten können und wie sich im digitalen Zeitalter das hohe Gut des Arzt-Patienten-Vertrauens schützen lasse.

© hil/aerzteblatt.de

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