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Ärzteschaft – 26.06.2017

102.000 Praxen leisten eine Milliarde Arztkontakte

/Picture-Factory, stock.adobe.com

Berlin – In Deutschland arbeiten rund 165.000 niedergelassene Hausärzte, Fachärzte und Psychotherapeuten sowie 250.000 medizinische Fachangestellte in 102.000 Praxen und versorgen dort pro Jahr 553 Millionen Behandlungsfälle. Dabei kommt es zu rund einer Milliarde Betreuungskontakten. Das berichtet die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) zur „Woche der ambulanten Versorgung“.

Darin präsentieren KBV und die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) bis zum 30. Juni erfolgreiche Projekte, mit denen Patienten vor Ort betreut, der ärztliche Nachwuchs gefördert und regionale Versorgungsstrukturen zusammengebracht werden. Die Niedergelassenen haben laut KBV in der Regel eine zwölfjährige Ausbildung durchlaufen und lernen auch im Berufsalltag immer weiter: Mindestens 35,7 Stunden pro Jahr müssen sie sich fortbilden.

Neun von zehn Patienten sind zufrieden

KBV und KVen betonen im Rahmen der Woche auch die Qualität der Versorgung. „An keiner anderen Stelle des Gesundheitssystems gibt es so hohe Leistungsqualität und -transparenz wie in der ambulanten vertragsärztlichen und vertragspsychothera­peutischen Versorgung“, heißt es in einer Broschüre zu der Aktionswoche. Wer gesetzlich versicherte Patienten behandle, sei als Mitglied einer KV an einen Standard gebunden, der regelmäßig nachgewiesen werden müsse. „Das spiegelt sich auch in der Patientenzufriedenheit wider. So sind neun von zehn Patienten von der Kompetenz ihres Arztes überzeugt“, schreibt die KBV.

In den  Mittelpunkt der Woche haben KBV und KVen innovative Projekte gestellt, die dabei helfen, die Versorgung zu sichern. Ein Beispiel kommt aus Thüringen: Die Stiftung zur Förderung ambulanter ärztlicher Versorgung, eine gemeinsame Einrichtung der KV Thüringen und des Landes, stellt junge Ärzte neben einem erfahrenen Arzt in der Praxis an.

„So kann die junge Kollegin über einen Zeitraum von zwei Jahren Schritt für Schritt in die Rolle der Landärztin hineinwachsen – bei einem sicheren Festgehalt. Die Stiftung und der erfahrene Kollege unterstützen sie dabei.

Nach Abschluss der ‚Niederlassungs-Fahrschule‘ kann sie die Praxis selbst über­nehmen“, heißt es in der Projektbeschreibung. Das Fahrschulmodell funktioniere nachweislich: Seit 2006 konnte die Stiftung auf diese Weise acht von der Schließung bedrohte Thüringer Arztpraxen erhalten.

© hil/aerzteblatt.de

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