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Ärzteschaft – 24.03.2017

Angemessene Vergütung psychothera­peutischer Leistungen gefordert

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Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie (DGPT) befürchtet aufgrund der „skandalös späten“ Honorar­ent­scheidung zur neuen Psychotherapie-Richtlinie finanzielle Nachteile für ihre Mitglieder. Da sich Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkasse (GKV) bislang nicht über die Honorierung einigen konnten, wird der Er­weiterte Bewertungsausschuss die Vergütungen für Sprechstunde und Akutbehandlung als Schiedsamt am 29. März regeln. Die neuen Leistungen sollten dann bereits ab an­geboten werden.

„Angesichts der Blockadehaltung der Krankenkassenverbände stehen nur wenige Tage, bevor die neuen Leistungen zu erbringen sind, die Honorierungen nicht fest“, kritisierte DGPT-Vorsitzende Beate Unruh. Sie wirft den Kostenträgern vor, die Reform aufwands­neutral, also ohne zusätzliche Honorarmittel, in die Versorgung bringen zu wollen. „Diese Haltung ist angesichts der niedrigen Honoraranpassungen in der Vergangenheit und an­gesichts neuer Leistungen und zusätzlicher organisatorischer Aufwände in der Folge der neuen Psychotherapie-Richtlinie ein Skandal“, so  Unruh.

Die DGPT-Vorsitzende forderte zudem die Abschaffung der „unseligen Strukturpau­scha­le“, die von Anfang an weder fachlich noch rechtlich zu begründen gewesen sei. „Alles muss jetzt auf den Tisch, es geht bei der dringend benötigten Besserstellung psycho­the­ra­peutischer Leistungen auch und gerade um die bisherigen genehmigungspflichtigen Leistungen“, bekräftigte die DGPT-Vorsitzende.


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