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Hochschulen – 22.03.2017

Mehr Patienten Grund für Charité-Überschuss

Berlin – Die Berliner Universitätsklinik Charité hat im vergangenen Jahr erneut ein Plus erwirtschaftet. Mit einem Überschuss von 3,8 Millionen Euro bei Gesamterträgen von rund 1,3 Milliarden Euro fiel das Jahresergebnis zum sechsten Mal in Folge positiv aus, wie Wissenschaftssenator Michael Müller (SPD) und die Klinikleitung gestern bekanntga­ben. Sie dankten der Belegschaft für ihren Einsatz.

Der Überschuss geht laut Angaben vor allem auf eine Leistungssteigerung um 2,7 Pro­zent bei der Versorgung Kranker zurück: Ärzte und Pfleger kümmerten sich um mehr am­bulante und vollstationäre Patienten – rund 694.500 beziehungsweise 139.500 Fälle.

Müller, der Aufsichtsratschef des Uni-Klinikums ist, sprach angesichts schwieriger Rah­men­bedingungen von einem bemerkenswerten Ergebnis. So seien zum Beispiel „spek­ta­kuläre Baumaßnahmen“ am Bettenhochhaus in Mitte bei laufendem Betrieb gelungen. Zudem habe die Charité trotz eines umkämpften Marktes 200 neue Krankenschwestern und -pfleger einstellen können.

Der Stellenzuwachs ergibt sich aus dem Tarifvertrag mit der Gewerkschaft Verdi, der 2016 in Kraft trat. Dieser sieht bundesweit erstmals etwa Mindestbesetzungen auf Sta­tio­nen vor. 80 weitere Pfleger sollen in diesem Jahr hinzukommen, kündigte der Ärzt­liche Leiter Ulrich Frei an. Während Vorgaben aus dem Tarifvertrag aus Sicht von Verdi noch nicht ausreichend umgesetzt sind, betonte Frei, es laufe „sehr erfolgreich“. Er sprach von geringer Personalfluktuation und widersprach Verdi-Angaben, wonach der Pfleger-Zuwachs mit einem Abbau bei Leiharbeitern kompensiert werde.

Mit dem Ergebnis von 2016 übertrifft das Klinikum knapp das von 2015 – damals lag das Plus bei 3,7 Millionen Euro. Noch 2008 hatte die Charité ein Minus von rund 57 Millionen Euro verbucht. Einsparungen sorgten von 2011 an für positive Ergebnisse. Weiteres Wachstum in diesem Jahr sei geplant, sagte Klinikdirektorin Astrid Lurati. Schwerpunkt sei, die Aktivitäten von Charité-Herzmedizin und dem Deutschen Herzzentrum zu bün­deln. Die Charité ist mit rund 13.300 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber in Berlin.


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