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Hochschulen – 16.05.2017

Kindlichen Entwicklungs­rückständen möglichst früh begegnen

Dresden – Eltern, die bei ihrem Kind eine anormale Entwicklung vermuten, können das Kind in der Familiensprechstunde der Ambulanz der Klinik für Kinder- und Jugend­psy­chi­atrie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden untersuchen lassen. Während der acht Termine des Diagnostikprogramms nehmen die Therapeuten testpsycholo­gi­sche Untersuchungen, Hirnstrommessungen (EEG), Augen-, Ohren- und Blutuntersu­chun­gen vor und führen Gespräche mit dem Kind und den Eltern. Für einen umfassen­den Eindruck binden sie auch Schulen oder Kindergärten in die Untersuchung ein.

„Wir verfolgen in der Sprechstunde einen präventiven Ansatz und möchten frühzeitig Entwicklungsrückstände, die sich etwa im Nichtbefolgen allgemeingültiger Regeln oder auffälligem Gruppenverhalten äußern können, aktiv angehen. Nicht immer steckt dabei eine psychische Störung dahinter, aber wir vermitteln bei Bedarf auch Hilfsangebote, ohne dass sich eine medizinische oder psychische Ursache feststellen lässt“, erklärte Uta Steinfurth, Leiterin der Familiensprechstunde.

Rund ein Drittel der 100 bisher unter­suchten Kinder erhielten eine Anschlussbehand­lung mit Eltern-Kind-Trainings und Ergotherapie in der kinder- und jugendpsychiatri­schen Am­bulanz. Zu einem weiteren Drittel hielten die Therapeuten nach der Diagnostik Kontakt, um die Entwicklungen der Kinder zu verfolgen. Neben der konkreten Hilfe soll das Ange­bot der Familiensprechstunde auch Eltern die Berührung mit der Dresdner Kinder- und Jugendpsychiatrie erleichtern.

© hil/aerzteblatt.de

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