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Medizin – 29.03.2017

Endometriumkarzinom: Laparoskopische Hysterektomie auch langfristig sichere Alternative zur offenen Operation

dpa

Brisbane - Eine totale laparoskopische Hysterektomie, die für viele Patientinnen schonender ist als eine offene Operation, hat in einer Vergleichsstudie im amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2017; 317: 1224-1233) langfristig gleich gute Ergebnisse erzielt wie die Entfernung über einen abdominalen Zugang.

Das Endometriumkarzinom ist die häufigste gynäkologische Krebserkrankung und die Behandlung besteht in der vollständigen Entfernung des Uterus. Die Operation wird seit den 1990er Jahren auch laparoskopisch durchgeführt. Mehrere randomisierte Studien haben in den folgenden Jahren gezeigt, dass die laparoskopische Operation für die Patientinnen schonender ist.

In der LACE-Studie („Laparoscopic Approach to Cancer of the Endometrium“), an der 760 Patientinnen mit Endometriumkarzinom im Stadium I teilnahmen, war die laparoskopische Operation mit weniger postoperativen Komplikationen (13 versus 19 Prozent), weniger schweren Komplikationen (8 versus 14 Prozent) und mit einem kürzeren  Krankenhausaufenthalt (2 versus 5 Tage) verbunden. 

Die Operation ist jedoch technisch schwierig und es wurde eingewendet, dass die Füllung der Bauchhöhle mit Luft (Pneumoperitoneum), die beengten Manipulation am Uterus sowie seine Bergung durch die Vagina das Risiko einer Streuung von Tumorzellen birgt. In der ersten Vergleichsstudie, der US-amerikanischen LAP2-Studie, an der über 2.600 Patientinnen mit Endometriumkarzinom im Stadium I oder IIA teilgenommen hatten, war es tatsächlich nach der laparoskopischen Operation etwas häufiger in den ersten drei Jahren zu einem Tumorrezidiv gekommen (11,4 versus 10,2 Prozent). Die Hazard Ratio von 1,14 war zwar nicht signifikant. Die obere Grenze des 90-Prozent-Konfidenzintervalls hatte jedoch den Wert von 1,4 übertroffen, der als Grenze zur Non-Inferiorität gesetzt worden war (J Clin Oncol 2012; 30: 695-700).

Die jetzt von einem Team um Andreas Obermair von der Universität von Queensland in Brisbane vorgestellten Langzeitergebnisse der LACE-Studie fallen hier günstiger aus. Das krankheitsfreie Überleben nach 4,5 Jahren betrug 81,6 Prozent nach laparoskopischer Hysterektomie gegenüber 81,3 Prozent bei abdominaler Hysterektomie. Der Unterschied von 0,3 Prozent zugunsten der laparoskopischen Operation war mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von minus 5,5 Prozent bis 6,1 Prozent zwar ebenfalls nicht signifikant. Das Äquivalenzkriterium (maximal 7 Prozent) war jedoch erfüllt.

Es gab auch keine statistisch signifikanten Unterschiede in der Häufigkeit von Rezidiven des Endometriumkarzinoms (7,9 Prozent nach abdominaler Operation und 8,1 Prozent nach laparoskopischer Operation) und in der Gesamtzahl der Todesfälle (6,8 Prozent nach abdominaler Operation und 7,4 Prozent nach laparoskopischer Operation).

Nach der laparoskopischen Operation war es bei zwei Patientinnen zu Metastasen an einem der „Ports“ gekommen, über die Instrumente eingeführt werden. Dem standen allerdings zwei Metastasen am Bauchschnitt in der Gruppe mit offener Operation gegenüber. Drei dieser vier Metastasen waren im Kontext multipler peritonealer Metastasen aufgetreten und deshalb für die Prognose der Patientin nicht von Bedeutung.


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