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Medizin – 28.04.2017

Diabetes Typ 2 und Übergewicht: Graue Hirnsubstanz dünner als bei Normalgewichtigen

Das größte Risiko für strukturelle Veränderungen des Gehirns hatten der Studie zufolge übergewichtige Menschen mit Diabetes Typ 2. / freshidea, stock.adobe.com

Seoul – Die Struktur des Gehirns von übergewichtigen Menschen, die sich in einer frühen Phase des Diabetes Typ 2 befinden, unterscheidet sich von Normalgewichtigen ohne aber auch mit der Stoffwechselerkrankung. Den Einfluss des Gewichts auf Abnormitäten im Gehirn haben Forscher aus Südkorea bei 100 Diabetikern untersucht. Ihre Ergebnisse wurden in Diabetologia publiziert (2017; doi: 10.1007/s00125-017-4266-7).

Im Magnetresonanztomografen zeigten sich deutliche Unterschiede in bestimmten Hirnbereichen. Normalgewichtige Probanden (BMI < 25 kg/m2) mit Diabetes Typ 2 zeichneten sich durch dünnere Schichten der grauen Substanz in folgenden Regionen aus: Temporallappen, präfrontoparietal, motorischer und okzipitaler Kortex. Noch stärker ausgeprägt war dieses Phänomen bei übergewichtigen Studienteilnehmern mit Diabetes Typ 2 im Temporallappen und motorischen Kortex. Je länger diese Probanden an Diabetes Typ 2 erkrankt waren, desto stärker reduzierte sich auch ihre Psychomotorik. Wahrnehmungen konnten folglich immer langsamer in Bewegungen umgesetzt werden. Auch die weiße Hirnsubstanz zeigte auffällige Veränderungen bei Übergewichtigen. Bei normalgewichtigen Typ-2-Diabetikern konnten die Studienautoren diese Entwicklungen nicht beobachten.

Die Forscher um Sujung Yoon vom Ewha Brain Institute in Seoul hatten 150 Koreaner im Alter zwischen 30 und 60 Jahren untersucht. Davon waren 50 adipös oder überge­wich­tig mit einem BMI zwischen 25,2 und 34,1 kg/m2 und weitere 50 normalgewichtig. Beide Gruppen waren zudem in den letzten fünf Jahren an Diabetes Typ 2 erkrankt, hatten noch keine chronischen Begleiterkrankungen und erhielten keine Insulintherapie. Ihren Glukosewerte kontrollierten sie ausschließlich mit oralen Blutzuckersenkern und Lebens­stilinterventionen. Eine dritte Gruppe von 50 Menschen diente als normalgewichtige Kon­trol­le ohne Diabetes Typ 2.

Frühere Studien konnten bereits zeigen, dass sowohl Übergewicht als auch Diabetes Typ 2 unabhängig voneinander das Risiko einer Demenz erhöhen. Eine der ersten Veränderungen im Gehirn von Alzheimerpatienten, die Ärzte beobachten können, ist eine Atrophie der Hirnsubstanz des Temproallappens. Jene Region, die auch in der Studie von Yoon und seinem Team strukturell beeinträchtigt war.

© gie/aerzteblatt.de

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