aerzteblatt.de

Nordrhein-Westfalen will Werbekampagne in impfmüden Regionen

Mittwoch, 16. Mai 2018
/dpa

Bochum – Angesichts der großen Masernausbrüche 2017 in Nordrhein-Westfalen (NRW) will die Landesregierung gezielt für mehr Impfungen werben. Gesundheits­minister Karl-Josef Laumann (CDU) kündigte heute im Landtag lokale Aufklärungs­kampagnen in Gebieten und Städten mit zu niedrigen Impfquoten an.

Die Tour werde sich nicht über das ganze Land ziehen, sondern das im Haushalt bereitgestellte Geld solle differenziert eingesetzt werden. Alle Fraktionen im Landtag nahmen einstimmig einen CDU/FDP-Antrag an, mit dem die Regierung beauftragt wird, eine Impfkampagne zu entwickeln.

2017 waren nach Angaben des Landeszentrums Gesundheit 520 Masernfälle in NRW registriert worden – mehr als die Hälfte der bundesweiten Erkrankungen. Allein Duisburg zählte 2017 mehr als 330 Fälle. Von Februar bis April dieses Jahres wurden in Duisburg nach offiziellen Angaben erneut bereits mehr als 30 Fälle registriert.

Die empfohlene Impfquote bei Masern von mehr als 95 Prozent wurde nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) bei der Einschulung in NRW 2016 knapp verfehlt. Für 8,8 Prozent der Kinder wurde gar kein Impfausweis vorgelegt. Impflücken bei Jugendlichen und Erwachsenen gibt es auch bei Infektionskrankheiten wie Diphtherie, Keuchhusten und Tetanus. Viele Menschen frischen ihren Impfstatus im Erwachsenenalter nicht auf.

© dpa/aerzteblatt.de
Kommentare
Freudi am Donnerstag, 17. Mai 2018, 21:20
Ärztliche Impflücken
Wann werden endlich mal Zahlen veröffentlicht, die was zu den Impflücken bei uns Ärzten/Ärztinnen aussagen?
Alleine bei der Grippeimpfung scheint sich unser Berufsstand nicht gerade reklamefördernd zu verhalten - leider!