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Merck mit Gewinnrückgang zum Jahresstart

Dienstag, 15. Mai 2018

Darmstadt – Der starke Euro und chinesische Konkurrenz im Geschäft mit Flüssigkristallen machen Merck zunehmend zu schaffen. Im ersten Quartal musste der Pharma- und Chemiekonzern einen Umsatz- und Ergebnisrückgang verkraften. Auch für das Gesamtjahr bleibt Vorstandschef Stefan Oschmann vorsichtig und rechnet nun mit noch größeren Auswirkungen des vergleichsweise hohen Euro-Kurses, wie der Dax-Konzern heute in Darmstadt mitteilte.

In den ersten drei Monaten 2018 sank der Umsatz im Jahresvergleich um mehr als 4 Prozent auf knapp 3,7 Milliarden Euro. Das für Merck maßgebliche um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sackte gar um 18 Prozent auf gut eine Milliarde Euro ab. Im Vorjahr hatte es aber einen positiven Sondereffekt gegeben: Damals hatte Merck vorzeitig künftige Lizenzeinnahmen für Arzneien verbucht. Unter dem Strich fiel der Gewinn nun um fast 35 Prozent auf 341 Millionen Euro. Die Zahlen bestätigten, dass 2018 ein „Übergangsjahr“ für Merck werde, erklärte Oschmann.

Vor allem Mercks Spezialchemiesparte schwächelt weiter. Dort fiel der Umsatz kräftig. Im Geschäft mit Flüssigkristallen etwa für Displays von Smartphones und Fernsehern ist der Konzern zwar weiterhin Marktführer, leidet aber unter Preisdruck der asiatischen Konkurrenz. Die Erlöse mit Laborausrüstung stiegen zwar aus eigener Kraft deutlich, wurden aber fast völlig vom starken Euro aufgezehrt. Merck erzielt große Umsätze in den USA, die bei der Umrechnung in die Heimatwährung an Wert verlieren. Auch der Umsatz in der verhalten wachsenden Arzneisparte wurde von Währungseffekten gedrückt.

Merck konkretisierte zudem seine Prognose für das laufende Jahr. Nachdem der Konzern jüngst den Verkauf seiner rezeptfreien Arzneien an den US-Konsumgüterriesen Procter & Gamble besiegelt hat, erwartet Merck 2018 aus fortgeführtem Geschäft Erlöse von 14 Milliarden bis 14,5 Milliarden Euro. Beim Betriebsergebnis rechnet Merck mit einem Rückgang, auch weil der starke Euro noch stärker belasten werde.

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