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Feinstaub wirkt sich in der Schwangerschaft auf den Blutdruck des Kindes aus

Mittwoch, 16. Mai 2018
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Baltimore – Kinder, deren Mütter während des dritten Schwangerschaftsdrittels von einer höheren Luftverschmutzung umgeben waren, hatten einen erhöhten Blutdruck in der Kindheit. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Johns Hopkins Universität Bloomberg School of Public Health in Baltimore in einer Studie in Hypertension (2018; doi: 10.1161/HYPERTENSIONAHA.117.10944).

Die Forscher untersuchten 1.293 Mütter und ihre Kinder, die Teil der großen, laufenden Boston-Birth-Cohort-Studie waren. Der Blutdruck wurde bei jeder körperlichen Untersuchung im Alter von 3 bis 9 Jahren gemessen. Ein systolischer Blutdruck wurde als erhöht eingeordnet, wenn er in den nationalen Daten für Kinder im gleichen Alter in den obersten 10 % lag. Die Forscher berücksichtigten bei der Analyse zudem Störfaktoren, von denen bekannt ist, dass sie den Blutdruck in der Kindheit beeinflussen, wie Geburtsgewicht und mütterliches Rauchen.

Kinder, die während des dritten Trimesters höheren Feinstaubkonzentrationen (im oberen Drittel) in der Gebärmutter ausgesetzt waren, hatten in der Kindheit einen um 61 % höheren systolischen Blutdruck als diejenigen, die dem niedrigsten Level (im unteren Drittel) ausgesetzt waren. Hingegen beeinflusste eine erhöhte Feinstaub­exposition vor der Schwangerschaft den Blutdruck des Nachwuchses nicht. Damit sehen die Autoren den signifikanten Einfluss der In-utero-Exposition belegt.

Es war bereits bekannt, dass eine höhere Luftverschmutzung im dritten Trimester, wenn der Fötus am schnellsten Gewicht zulegt, ein niedrigeres Geburtsgewicht bedingen kann. In der aktuellen Studie war der erhöhte Blutdruck aber unabhängig vom Geburtsgewicht des Kindes.

Die PM2,5-Konzentrationen in der höchsten Kategorie waren in dieser Studie (11,8 μg/m3 oder höher) geringfügig niedriger als der nationale Luftqualitätsstandard der US-Umweltschutzbehörde (EPA), der bei 12 μg/m3 liegt. Die EU-Grenzwerte für PM2,5 liegen bei 25 μg/m3 im Jahresmittel.

Luftverschmutzung: EU-Grenzwerte überschritten

Berlin – Das Umweltbundesamt (UBA) veröffentlichte heute die vorläufigen Luftverschmutzungsdaten für 2016. Die Feinstaubbelastung war demnach zuletzt vor dem Jahr 2000 so niedrig wie im vergangenen Jahr. Die Ozonkonzentrationen waren im Vergleich zu den letzten 20 Jahren ebenfalls eher niedrig. Weniger positiv hingegen fällt die Bilanz für Stickstoffdioxid aus, teilte das UBA mit.

„Unsere Studie ist eine der ersten, die zeigt, dass das Atmen verunreinigter Luft während der Schwangerschaft einen direkten negativen Einfluss auf die kardio­vaskuläre Gesundheit der Nachkommen während der Kindheit hat“, sagte Noel T. Mueller, leitender Autor der Studie von der Johns-Hopkins-Universität Bloomberg School of Public Health in Baltimore. „Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Reduzierung von PM2,5-Emissionen.“

Feinstaub ist eine Form der Luftverschmutzung, die von Kraftfahrzeugen, Kraft- und Fernheizwerken, Abfallverbrennungsanlagen, Schüttgutumschlag, Öfen und Heizungen in Wohnhäusern erzeugt wird. Auch die Landwirtschaft trägt mit der Tierhaltung ihren Teil zur Feinstaubemission bei. Natürliche Quellen für Feinstaub sind Emissionen unter anderem aus Vulkanen und Meeren, Bodenerosion, Wald- und Buschfeuer.

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