aerzteblatt.de

Sicherstellungs­zuschläge: Geburtshilfe zählt zu relevanten Basisleistungen

Freitag, 20. April 2018
/dpa

Berlin – Die Geburtshilfe zählt im Sinne der Sicherstellungsregelungen zukünftig zu den basisversorgungsrelevanten Leistungen eines Krankenhauses. Das hat der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) beschlossen. Damit können künftig auch Sicherstellungszuschläge für eine Fachabteilung Geburtshilfe oder Gynäkologie und Geburtshilfe vereinbart werden. Zuschlagsfähig ist in diesem Fall zudem eine Fachabteilung Kinder- und Jugendmedizin.

Bisher war die Vereinbarung von Sicherstellungszuschlägen nur für Innere Medizin und eine chirurgische Fachabteilung, die zur Versorgung von Notfällen der Grund- und Regelversorgung geeignet sind, möglich. Ein Sicherstellungszuschlag wird aber nur gezahlt, wenn innerhalb der Geburtshilfe bestimmte Qualitätsstandards erfüllt werden. Um diese bundesweit einheitlich bestimmen und überprüfen zu können, hat der G-BA planungsrelevanten Qualitätsindikatoren für die Geburtshilfe und Gynäkologie beschlossen.

„Bei der Entscheidung stand insbesondere im Vordergrund, in der Fläche eine qualitativ möglichst hochwertige medizinische Versorgung für Mutter und Kind sicherzustellen“, erläuterte Josef Hecken, unparteiischer Vorsitzender des G-BA und Vorsitzender des Unterausschusses Bedarfsplanung.

Der Sicherstellungszuschlag kann zur Geltung kommen, wenn eine flächendeckende Versorgung gefährdet ist. Für die Geburtshilfe ist diese dann als gefährdet einzustufen, wenn durch die Schließung des betreffenden Krankenhauses in dünn besiedelten Gebieten Pkw-Fahrzeiten von mehr als 40 Minuten notwendig sind, um bis zum nächstgelegenen geeigneten Krankenhaus zu gelangen.

Mit dem Sicherstellungszuschlag können nur Defizite aufgrund eines geringen Versorgungsbedarfs ausgeglichen werden. Die Änderungen treten nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft und können von den Vertragspartnern ab dem 1. Januar 2019 angewendet werden.

© may/EB/aerzteblatt.de