Medizin – 21.04.2017

Wirksame Intervention gegen das Rauschtrinken von Jugendlichen

/Photographee.eu, stock.adobe.com

Köln – Ein Interventionsprogramm auf der Ebene schulischer Klassenverbände hat bei Jugendlichen, die zuvor bereits Alkohol konsumiert hatten, einen präventiven Effekt beim weiteren Trinkverhalten, insbesondere beim Rauschtrinken. Dies zeigt eine cluster­randomisierte Studie von Reiner Hanewinkel und Koautoren in der aktuellen Ausgabe des Deutschen Ärzteblattes (Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 280–7).

Ausgangspunkt für die Studie war das schulbasierte Präventionsprogramm „Klar blei­ben“, das die Reduktion des Rauschtrinkens und die Entwicklung eines verantwor­tungsvollen Umgangs mit Alkohol anstrebt. Die Schüler der teilnehmenden Klassen verpflichten sich durch die gemeinsame Unterzeichnung eines Klassenvertrages, 9 Wochen lang auf einen Alkoholrausch zu verzichten. Rauschtrinken tritt, folgt man der Studie, häufig auf: 58 Prozent der 4.163 befragten Schüler der Klassenstufe 10 (Durch­schnittsalter 15,6 Jahre) haben schon einmal in ihrem Leben an einem Tag 4 (Mädchen) beziehungsweise 5 (Jungen) alkoholische Getränke konsumiert.

In der Interventionsgruppe der Studie nahmen die Schüler von Januar bis März 2016 an dem Präventionsprogramm „Klar bleiben“ teil, wohingegen die Schüler der Kontroll­grup­pe das übliche Schul-Curriculum zu diesem Thema durchliefen. Die Datenerhebungen mittels Fragebogen erfolgten vor der Intervention Ende 2015 und ein halbes Jahr später. Zu Studienbeginn unterschieden sich die Interventions- und die Kontrollgruppe nicht, was die Häufigkeit des Konsums von mindestens 4 oder 5 alkoholischen Geträn­ken anbelangt.

Für die Gesamtstichprobe zeigte sich nach der abschließenden Befragung in der Inter­ventionsgruppe eine nur geringfügig niedrigere Rate beim monatlichen Rauschtrinken. Bei Jugendlichen, die zuvor bereits Alkohol konsumiert hatten, war allerdings die Häufig­keit des Rauschtrinkens nach dem Ende der Intervention sehr deutlich um 5,2 Pro­zent­punkte zurückgegangen. Die Ergebnisse der Studie sollten nach Meinung der Autoren zu weiteren Bemühungen führen, Schüler durch Kontraktmanagement zum Verzicht auf Rauschtrinken zu bewegen.

© tg/aerzteblatt.de

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