Ausland – 20.03.2017

Kambodscha will Muttermilchhandel unterbinden

Phnom Penh – Kambodscha hat den Export abgepumpter Muttermilch in die USA vorü­ber­gehend gestoppt. Mit der heute in Phnom Penh bekannt gegebenen Entscheidung reagierte die Zollbehörde auf Medienberichte, denen zufolge sich arme Mütter in dem Land durch häufiges Abpumpen ein Zubrot verdienen. Hinter dem Muttermilchhandel steht das US-Unternehmen Ambrosia Labs, das die Milch in den USA für 20 Dollar (18,60 Euro) pro 147-Milliliter-Packung verkauft.

Der Generaldirektor der Zollbehörde, Kun Nhem, begründete den Ausfuhrstopp mit der fehlenden Genehmigung des Gesundheitsministeriums. Eine solche Genehmigung sei erforderlich für alle Exporte von Produkten, die mit menschlichen Organen zu tun haben. Was den Export von Muttermilch angehe, werde die Regierung bald eine Richtlinie erlassen, weil es sich dabei um ein „etwas sensibles Produkt“ handele, sagte Kun Nhem.

Die im US-Bundesstaat Utah ansässige Firma Ambrosia Labs bot die kambodschani­sche Muttermilch Müttern in den USA an, die selbst nicht genug Milch produzierten oder aus anderen Gründen zufüttern wollten. Nach dem Abpumpen in Kambodscha wurde die Milch eingefroren, in die USA verschickt und dort pasteurisiert.

© afp/aerzteblatt.de

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