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Kennst Du das Paketdienstprinzip?

Donnerstag, 17. August 2017
Kennst Du das Paketdienstprinzip?

Neulich verpasste ich wieder einmal eine Paketsendung, weil ich nicht innerhalb weniger Sekunden nach dem Klingeln die Tür öffnete. Ich war erstaunt ob der kurzen Zeitspanne, die der Paketbote benötigte, um eine Abwesenheitsnotiz zu verfassen und sein Gefährt wieder zu besteigen. Nun werden manche von Euch mit einem Augen­zwin­kern darauf hinweisen, dass mein Chef genau dies meint, wenn er Effizienz ein­for­dert. Mein Gedankengang verlief jedoch ein wenig anders ...

Davon ausgehend, dass immer mehr über das Internet gekauft wird, müsste es den Paketdiensten ja deutlich besser gehen. Wenn man sich aber deren Fußsoldaten an­schaut, hat man eher den Eindruck, dass diese im Vergleich zur Situation vor wenigen Jahren sehr viel strengere Zeitvorgaben erfüllen müssen. Es scheint, als habe die florierende Auftragslage nicht zu entsprechend mehr Zustellpersonal geführt.

Wenn ich mir die Krankenhäuser anschaue, für die ich bisher gearbeitet habe, erkenne ich zumindest für ein paar gewisse Parallelen. Die Geschäftsführung informiert in einigen Häusern die Angestellten in regelmäßigen Abständen im Wechsel über wirt­schaftlich erfolgreiche Abschlüsse und ehrgeizige Sparziele.

Dass ein börsennotiertes Logistikunternehmen die Zufriedenheit der Aktionäre mit allen Mitteln herstellt, überrascht wenig. Doch warum müssen öffentliche Kranken­häuser profitabel sein und ihren Erfolg über Geldgewinn und in der B-Note nach Erfüllung von nach Disziplinen aufgeschlüsselten Fallzahlen definieren?

Mag nicht für einen Paketdienst arbeiten,

Euer Anton Pulmonalis