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Vom Arztdasein in Amerika – 21.03.2017

20 Prozent Nachlass auf die Geburt

Kürzlich kam eine Tochter von mir zur Welt, natürlich ein sehr freudiges Ereignis. Mutter und Kind geht es gut, wie auch dem Rest der Familie, und nach insgesamt knapp 60 Stunden Krankenhausaufenthalt konnte es schon wieder nach Hause gehen. Für die vaginale Geburt berechnete das Krankenhaus unserer Krankenversicherung knapp 9.000 US-Dollar, wobei in diesem Preis weder die Rechnungen des Frauen-, des Kinder- oder des Narkosearztes enthalten sind, also wird die Geburt wohl insgesamt etwas über 20.000 US-Dollar gekostet haben. Das entspricht umgerechnet etwa 300 US-Dollar pro Krankenhausstunde. Wer sich mit dem US-System auskennt, der weiß, dass dieser Betrag nicht unbedingt ein sehr hoher ist.

Für manchen Leser und den meisten Amerikanern bekannt, zahlt jeder Patient einen Teil seiner Rechnung selbst – nur Arme und Ältere haben oft keine Zuzahlungen zu tragen. Das traf aber nicht auf uns zu und so wurden aufgrund der Krankenversiche­rungs­modalitäten etwa 1.500 US-Dollar fällig. Man bot uns das an, was man jedem Patienten anbietet, dass wir bei sofortiger Begleichung einen Nachlass in Höhe von 20 Prozent erhalten würden. Der einzige Haken: Der Betrag musste in toto und spätestens bei der Entlassung beglichen sein. Natürlich nahmen wir das Angebot an, die Kreditkarte wurde gezückt und 80 Prozent des fälligen Betrages und somit die gesamte Rechnung beglichen.

Mutter und Kind sind mittlerweile glücklich zu Hause, und in unserem Haushalt wird bestimmt bei der nächsten Schwangerschaft die Diskussion entbrennen, ob wir nicht lieber zu Hause entbinden sollen. Doch dann entgehen uns 20 Prozent Nachlass.


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