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Gesundheit – 30.11.2016

Berufspendler: Radfahrer leben trotz höherer Luftbelastung ein Jahr länger

Ist es gesünder, zu Fuß oder mit dem Rad zur Arbeit zu fahren, als das Auto oder den öffentlichen Nahverkehr zu benutzen? Diese Frage ist schwer zu beantworten. Einerseits schützt körperliche Bewegung vor chronischen Erkrankungen, andererseits atmen Fußgänger und Radfahrer mehr Abgase ein als Autofahrer.

Dies haben eine Reihe von Untersuchungen gezeigt, die Magda Cepeda von der Erasmus Universität Rotterdam und Mitarbeiter in einer systematischen Analyse zusammengefasst haben. In den Studien wurden Pendler für einen gewissen Zeitraum mit Messgeräten für Ruß, Feinstaub, Kohlenmonoxid oder Stickoxide ausgestattet. Die Ergebnisse sind deshalb nahe an der Wirklichkeit, die natürlich von Stadt zu Stadt unterschiedlich ist, und die Belastung dürfte in hohem Maße davon abhängen, welche Wege die Pendler benutzen: Fußgänger, die durch einen Park zur Arbeit gehen können, sind weniger belastet als Radler neben einer viel befahrenen Straße.

Einen ersten Anhaltspunkt liefern die Ergebnisse dennoch. Verglichen mit Pendlern, die den Bus benutzen, waren Autofahrer zu 22 Prozent stärker durch Schadstoffe belastet. Motorradfahrer waren zu einem Prozent weniger belastet als die Buspassagiere. Bei Autofahrern, deren Fahrzeug eine Klimaanlage hat, war die Belastung um fünf Prozent niedriger, und bei den Benutzern von Massentransportmitteln betrug der Abstand zu den Buspassagieren sogar 33 Prozent.

Die höchste Belastung hatten Fußgänger und Radfahrer. Dennoch sind dies die gesündesten Transportmittel, glaubt Cepeda. Die Belastung durch die Luftschadstoffe werde durch die körperliche Bewegung mehr als aufgehoben. Die Berechnungen von Cepeda mögen in diesem Punkt etwas artifiziell sein. Im Prinzip dürften sie aber zutreffen. Laut Cepeda gewinnt ein Pendler, der fünf Mal in der Woche sieben Kilometer zur Arbeit fährt, ein zusätzliches Lebensjahr, wenn er das Fahrrad benutzt.



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