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Vom Arztdasein in Amerika – 19.07.2016

Wichtige Themen an US-Universitäts­kliniken

Nun ist es also offiziell: Vanderbiltuniversität ist im Jahr 2016 noch besser, noch bekannter, noch prominenter und, auch das ist in den USA wichtig, noch wohlhabender geworden. Der Klinikumsdirektor hielt eine Rede vor uns Ärzten des internistischen Fachspektrums und lobte die 140 Millionen US-Dollar an Forschungsgelder die alleine die internistische Abteilung für das Jahr 2015 eingeworben und -trieben hatte und lobte die Exzellenz der Patientenversorgung. Vanderbiltuniversität hatte auch unter Medizin­studierenden im Jahr 2015 ein sehr hohes Ansehen und lag an dritter Stelle bei der Beliebtheit und dem Niveau der Bewerbungen – man hatte übrigens mehr als 7.000 Bewerber auf gerade 88 Studiumsplätze erhalten.

Es gab viel zu feiern und der Klinikumsdirektor hatte offensichtlich allerbeste Laune. Vor allem aber zwei Punkte lagen ihm am Herzen und werden an vielen Universitätskliniken seit einigen Jahre immer und immer wieder besprochen: Steigerung der Geldeinnahmen und Steigerung der Vielfalt, in Deutschland würde man wohl auch von „Buntheit“ reden.

Mehr Geld, aber auch mehr Frauen und mehr Minderheiten im Personal, darum drehte sich der Hauptteil seiner Rede und auch die anschließenden ihn inhaltlich unterstützenden Fragen der vor allem weiß-amerikanischen Ärzteschaft zielten in diese Richtung. Ähnliches kennt man von Harvard und Johns Hopkins, aber auch kleineren Universitätskrankenhäusern – es scheint ein regelrechter Wettbewerb um Drittmittel, aber auch um die besten Köpfe, vor allem wenn sie sie beim Thema Vielfalt voranbringen, zu herrschen.

Ob ich als Deutscher wohl auch zu dieser Vielfalt zähle, fragte mich mein Latinokollege schmunzelnd, oder ob ich zum alten Eisen gehöre. Ich meinte als Geriater sei ich sowieso stets beim alten Eisen und biss in meinen Donut und trank meinen Kaffee – wir beide erfreuten uns am köstlichen und kostenlosen Frühstück und daran, dass wir auf unsere Art mitfeiern und zuhören durften.


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