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Pflegers Schach med. – 06.05.2016

„Pascha Bavenberch hat kräftig gefeiert“

Vor Jahr und Tag beklagte ich bereits meinen ewigen Makel, nicht wie mein Bruder auf einem humanistischen Gymnasium die Freuden des Altgriechischen erlebt zu haben und auch in meinen spärlichen Lateinkenntnissen ihm fürs Leben hinterher hinken zu müssen. Doch tröstlicherweise stehe ich in meinem Mangeldasein nicht allein.

Vor einiger Zeit las ich im „Streiflicht“ der Süddeutschen Zeitung, dass der Schreiber, einst ein Student der Geschichte in jener rheinischen Stadt, die auch das Deutsche Ärzteblatt beherbergt, das Große Latinum erwerben musste. Dummerweise – in jeglichem Sinne des Wortes – besuchte er indes lieber Spiele von Fortuna Köln. Allerdings ist es fraglich, ob dies beim Lokalrivalen mit dem Geißbock gescheiter gewesen wäre. Wie auch immer, bei der Prüfung musste er jedenfalls einen Text: regesta imperii IV über das Wirken König Lothars III. und der älteren Staufer übersetzen. Er schreibt: „Zu den wenigen Worten des Dokuments, die dem Prüfling einen Hauch von Sinn zu ergeben schienen, gehörte „pascha Bavenberch celebravit“. Er übersetzte: „Pascha Bavenberch hat kräftig gefeiert“, denn das ist es doch, was Paschas tun. Leider quittierte der Prüfer diese schöne Leistung mit einem Wutausbruch und einer Sechs. Richtig heißt es: „Das Osterfest feierte er in Bamberg“.

All dies hätte Dr. med. Dieter Hardt, der die Wonnen der alten Sprachen genoss und somit die Ursprünge unseres abendländischen Bewusstseins gleichsam an der Quelle aufsog, nie und nimmer passieren können. Obwohl auch er mit einem anderen ewigen Makel leben muss, nämlich nicht in dieser wunderschönen fränkischen Bischofsstadt, wo der Herrscher besagtes Osterfest feierte, aufgewachsen zu sein. Allerdings lässt es sich auch am Bodensee in der Nähe der Halbinsel Höri, wo heute ein Museum an Hermann Hesses Leben dort erinnert und der darüber waltende Herrscher vor 150 Jahren sagte: „Wenn ich nicht der Großherzog von Baden wäre, wäre ich gern der Pfarrer von Horn“, gut aushalten.

Zuweilen muss man indes auch die schönsten Idyllen verlassen, meinetwegen um zum Ärzteschachturnier nach Bad Neuenahr zu fahren (das nächste findet übrigens vom 22.-24. April wieder just dort statt). Dann kann man sogar jenseits der Altphilologie und weitab von Bamberg in der nachösterlichen Zeit Schönes erleben, wenn man nämlich voller Vorfreude vor dieser Stellung sitzt.

Diagramm

(wKg1, Dd1, Tc1, Tf1, Ld5, Sc3, Ba2, b3, c4, e3, f2, g2, h3;

sKg8, Dc7, Tc8, Te8, Ld7, Sc6, Ba7, b7, d6, f6, f7, g6, h7)

Mit welchem einladenden, aber auch riesenstarken Zug erreichte Dr. Hardt als Weißer gewinnbringenden Vorteil?

Lösung zeigen

Nach 1.Sb5! Db8 musste Weiß den Einschlag auf d6 vorhergesehen haben: 2.Sxd6! mit der „Springergabel“ und Gewinn der Qualität (Turm für Springer), weil 2...Dxd6 an 3.Lxf7+! Kxf7 4.Dxd6 mit Damengewinn scheitert. Schwarz versuchte deshalb 1...Da5, war aber nach 2.Sxd6 auch verloren.  


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