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Vom Arztdasein in Amerika – 18.02.2016

Zunehmende Arztflucht aus Deutschland?

Ist es angenehm, als Arzt im Jahr 2016 in Deutschland zu arbeiten? Diese Frage wird regelmäßig gestellt, aber wie misst man dieses im internationalen Vergleich? Eine indirekte Kennzahl, die hierüber Auskunft geben kann, ist die Zahl der Deutschland verlassenden Ärzte und ihr Zielland. Es gibt noch keine verlässlichen Statistiken für das Jahr 2015 oder gar 2016, aber die Angaben aus dem Jahr 2014 zeigen scheinbar zufriedener gewordene Ärzte, denn es haben weniger Ärzte Deutschland den Rücken gekehrt als 2013: 2.364 Ärzte haben Deutschland damals verlassen, wovon knapp 60 Prozent deutsche Staatsbürger waren. Für die Auswanderung waren am beliebtesten die Schweiz, Österreich und die USA. (Quelle)

Doch seit 2015 und v.a. 2016 häufen sich die Krisen in Europa und Deutschland und bei mir verstärkt sich der Eindruck einer zunehmenden Abwanderung: Im persönlichen Gespräch, aber auch via meiner Internetseite www.arztinusa.de erhalte ich immer öfter Anfragen, wie man in den USA ärztlich tätig werden kann. Sei es ein ärztlicher Leiter eines Universitätsklinikums, ein Medizinstudent oder Jungarzt, mittlerweile erreichen mich in regelmäßigen Abständen Anfragen zur Auswanderung in die USA. Zugegebenermaßen bietet dieses Land auch sehr viel, trotz der hohen Hürden, die man überwinden muss, um hier zu arbeiten.

Die Gründe sind oft ähnlich: Bessere Karrierechancen, ein höheres Einkommen, eine bessere Ausbildung, ein positiveres berufliches Umfeld, eine sichere Zukunft. Ob neben Euro-Krise und nicht gerade üppige Gehältern mittlerweile auch die Flücktlingskrise eine Rolle spielt? Gespannt warte ich auf die Statistiken des Jahres 2015 und dann 2016, um eines Tages zu sehen, ob mein persönlicher Eindruck auch durch die Statistik gestützt wird.


Leserkommentare

Brech am Donnerstag, 18. Februar 2016, 22:09
Arbeiten im Ausland
Seit neuestem ärztliche Aufgaben in Deutschland: Harnblasenkatheter bei männlichen Patienten legen, rektal-digitale Ausräumung, Anrufe bei Angehörigen, um die Entlassung zu terminieren.Seit Längerem schon das von-Hand-Schreiben sämtlicher Briefe, weil es ja keinen Schreibdienst gibt. Wenn da jemand das Weite sucht, hat das mit den Flüchtlingen eher nichts zu tun.
Ruth Helena Lueg am Donnerstag, 18. Februar 2016, 21:42
Lic Med helen Lueg
the best time of my life was the ten years I did work in an american hospital ...

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