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Gesundheit – 06.01.2016

Epilepsie: Smartwatch soll drohenden Anfall erkennen

Der Akzelerometer, der in modernen Smartwatches eingebaut ist, kann zusammen mit einer Software epileptische Anfälle erkennen und per Telefon eine Warnung an Verwandte oder Gesundheitsdienstleister abgeben. Der kanadische Spieleentwickler Ryan Clark aus Vancouver hat, so ein Bericht im britischen Wissenschaftsmagazin New Scientist, als erster eine Software für ein kostengünstiges Smartphone entworfen und als Open Source-Software im Internet veröffentlicht.

Die Software reagiert auf ruckartige Bewegungen, wie sie für epileptische Anfälle typisch sind. Es sendet nach 15 Sekunden, in denen der Patient einen falschen Alarm noch stoppen kann (er kann laut Clark beispielsweise beim Zähneputzen auftreten), per SMS einen Notruf ab, die dem Empfänger die genaue GPS-Position des Patienten mitteilt. Die App enthält auch einen Panik-Knopf, den der Patient drücken kann, wenn er das Gefühl hat, dass ein Anfall unmittelbar bevorsteht.

Clark hat die Software geschrieben, weil seine Frau an einer Epilepsie leidet. Die Information über den Ablauf eines tonisch-klonischen Anfalls hat er aus YouTube bezogen. Die Software ist noch nicht auf ihre klinische Tauglichkeit hin überprüft worden, sie ist aber ein Beispiel für die vielfältigen neuen medizinischen Anwendungs­gebiete, die sich aus den Smartphones ergeben. Vor vier Jahren hatten US-Ingenieure ein Armband entwickelt, das anhand einer Schweißreaktion einen drohenden Anfall erkennen soll. Sie nutzt eine Technologie, die noch nicht ausgereift ist und wurde bisher nicht vermarktet.



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