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Vom Arztdasein in Amerika – 05.01.2016

Teure Krankenversicherung

Seit einigen Jahren gilt in den USA die Krankenversicherungspflicht: Wer sich nicht krankenversichert, muß eine Steuer an den US-Staat am Ende des Jahres abführen, die sich bei Gutverdienern durchaus im vierstelligen Bereich befinden kann.

In früheren Jahren gab es tatsächlich Zeiten, in denen ich nicht krankenversichert war, in den letzten Jahren angesichts dieser Strafsteuer bin ich es aber durchgehend. Als selbständiger Arzt muss ich mich jedes Jahr neu für meine Krankenversicherung anmelden; der Zeitraum hierfür ist vom 1.11.2015 bis zum 15.1.2016, und es gibt staatlicherseits Internetseiten die für diesen Zweck eingerichtet worden sind (z.B. https://www.healthcare.gov/ oder in Minnesota https://www.mnsure.org/).

Da ich selber nur sehr selten meine Krankenversicherung nutze, nehme ich die monatlich günstigste, was naturgemäß bedeutet, dass ich im Krankheitsfall hohe Eigenbeteiligungen von mehreren Tausend Dollar zu bezahlen habe. Dabei ist auffällig, wie stark die monatlichen Beiträge in den letzten Jahren angestiegen sind bei gleichbleibenden Leistungen: Kostete mich die Krankenversicherung im Jahr 2014 knapp 110 US-Dollar im Monat, ist dieser Beitrag auf 133,80 im Jahr 2015 gestiegen und steigt erneut an, im Jahr 2016 auf immerhin 170 US-Dollar. Diese hohen Steigerungsraten ergeben übrigens keinen Sinn angesichts von Gesundheitskosten, die zum Teil weniger als die Inflationsrate angestiegen sind.

Übrigens geht es Millionen US-Amerikanern wie mir, und viele schütteln nur den Kopf über diese sehr hohen Steigerungsraten bei den Krankenversicherungsbeiträgen. All das mag nun Erklärung für den deutschen Leser sein, wieso sich im Wahlkampfjahr 2016 noch immer das Thema „Obamacare” so hoher Beliebtheit erfreut und wieso zum Beispiel der führende Republikanerkandidat Donald Trump so massiven Applaus und Zuspruch erfährt, wenn er seinen Wählern verspricht, die Gesundheitsreformen von Präsident Obama aus dem Jahr 2009 für null und nichtig zu erklären und zurückzunehmen. Es herrscht echte Unzufriedenheit angesichts dieser zum Teil stark steigenden Kosten.



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