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PJane – 30.10.2015

Vorher-Nachher: Das PJ ist zu Ende.

Jetzt ist es also vorüber, das PJ. Ein Jahr lang haben wir alle die Innere, die Chirurgie und ein Wahlfach absolviert.

Wir haben in diesem einen Jahr viel gelernt - je nach Tertial fachlich, aber auch menschlich sind wir auf die gesamte Bandbreite des Schlages Mensch gestoßen.

In Einigem haben wir uns verbessert. Vielleicht haben wir auch neue Seiten an uns kennengelernt. Ich zum Beispiel wollte nie in die Chirurgie. Es war mein erstes Tertial und jenes, bei dem ich die größten Berührungsängste hatte, die überraschenderweise in der Allgemeinchirurgie eine Wendung vollzogen.

Ich war - tatsächlich - einfach angetan vom Fach. Alles, was es dazu brauchte: Zwei Personen, die begeistert von ihrem Beruf waren und diese Begeisterung teilen wollten. Die abfragten, machen ließen, verbesserten und lobten. So zeigte sich einmal wieder: Man weiß nie, was das Leben bereithält. Wir selbst waren einige von vielen PJlern, die noch durch diese Häuser gehen werden. Für uns waren bestimmte Personen jedoch oftmals prägend, ohne dass sie das in diesem Moment realisiert haben - in positiver wie in negativer Hinsicht.

Haben wir uns verändert in diesem Jahr? Vielleicht. Vielleicht haben wir uns ein bisweilen dickeres Fell zugelegt und ein paar Augenringe mehr.

An dem Tisch, an dem wir letzte Woche noch zusammen beim Mittagessen saßen, sitzt jedenfalls bald das nächste PJler-Trüppchen. Wie wir letztes Jahr werden sie aufgeregt sein, am ersten Tag mit ihren Karten und Namensschildern ungelenk hantieren und mindestens einmal nach dem Weg zum OP fragen.

Sie werden sich toll fühlen, wenn sie die 1. Assistenz sein durften und spätnachmittags kaputt nach Hause fahren. Sie werden zusammen fünf Minuten für ein PJler- Käffchen abzwacken und das Gefühl haben, das PJ würde ewig dauern, schließlich seien sie erst im ersten Tertial. Sie werden froh sein, dass sie das schriftliche Examen geschafft haben und es bis zum Mündlichen noch gefühlt weit hin ist.

Wehmut? Ein bisschen, wegen der schönen Augenblicke, den Erlebnissen, die man mit sympathischen Menschen das erste Mal zusammen gemacht hat.  Genau so gibt es aber auch Momente, auf die ich gut und gerne hätte verzichten können.

Viel Zeit zum in Erinnerungen wühlen bleibt aber nicht.

Das Mündliche steht vor der Tür. Ewigkeit ist dann am Ende doch relativ.

Wie bereitet ihr euch vor? Einigeln oder Gruppenmensch, seid ihr langfristige Planer oder eher last- minute- Ameisen?

Geht dann mal Panik schieben und Pläne schmieden,

eure PJane


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