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Gesundheit – 08.10.2015

Warum Elefanten seltener als Menschen an Krebs sterben

Elefanten haben 100 Mal so viele Zellen wie der Mensch. Ihre Chancen, im Laufe des Lebens an Krebs zu erkranken, sollten deshalb deutlich höher sein als beim Menschen. Dennoch sterben weniger als 5 Prozent der Tiere im Verlauf ihres 50 bis 70-jährigen Lebens an Krebs. Beim Menschen sind es 11 bis 25 Prozent.

US-Forscher haben jetzt in einer Genom-Analyse den vermutlichen Grund gefunden. Elefanten verfügen über 20 Kopien (40 Allele) des Tumorsuppressors p53. Der Mensch hat dagegen nur 1 Kopie (2 Allele). Wie wichtig p53 für die Krebsabwehr ist, zeigt sich beim Ausfall von einem der beiden Allele beim Li-Fraumeni Syndrom. Etwa die Hälfte der Patienten erkrankt vor dem 30. Lebensjahr das erste Mal an Krebs.

Der Tumorsuppressor p53, den Forscher als Wächter des Genoms bezeichnen, schützt auf mehrfache Weise vor Krebs. Bei einer Schädigung der DNA, die die Ursache aller Krebserkrankungen ist, werden die DNA-Reparaturenzyme aktiviert und die Zellteilung vorübergehend verhindert. Wenn dies nicht hilft kann p53 den programmierten Zelltod, die Apoptose, auslösen.

Das Team um Joshua Schiffman vom Huntsman Cancer Institute konnte dies an Zellen untersuchen. Nach einer Bestrahlung mit der gleichen Dosis kam es bei 14,6 Prozent der Elefantenzellen zum Absterben, beim Menschen lag der Anteil nur bei 7,2 Prozent und bei Patenten mit Li-Fraumeni Syndrom nur bei 2,7 Prozent.

Andere Tiere sind ebenfalls weniger anfällig gegenüber Krebs. Grönlandwale (Balaena mysticetus) werden über 200 Jahre alt. Eine kürzlich veröffentlichte erste Analyse des Genoms zeigt, dass der Meeressäuger über eine gute DNA-Reparatur verfügt. Die für Nager ungewöhnlich lange Lebenserwartung von Nacktmullen (Heterocephalus glaber) könnte ähnliche Gründen haben.



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