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Gesundheit – 04.08.2015

Erstes Medikament aus dem 3D-Drucker

Die US-Arzneibehörde FDA hat erstmals ein Medikament zugelassen, das mit einem 3D-Drucker hergestellt wird. „Spritam“ enthält den Wirkstoff Levetiracetam, ein Anti-Epi­leptikum, dessen Patentschutz abgelaufen ist und das deshalb als Generikum angeboten wird. Der Hersteller hebt die hohe Dosierung in einer Formulierung hervor, die sich nach dem Schlucken rasch auflöse.

Ob dies tatsächlich ein Vorteil ist, erscheint jedoch fraglich. Zum einen bieten auch andere Generika-Hersteller Tabletten mit einer Dosierung von 1.000 mg an. Ein Vorteil von Spritam ist hier nicht erkennbar. Auch die rasche Auflösung im Mund ist aus pharmakologischen Gründen kein Vorteil. Günstiger wäre eher eine verzögerte Freisetzung. Sie schafft am ehesten konstante Wirkstoffspiegel, wie sie bei der Anfallsprophylaxe gewünscht sind.

Retard-Formulierungen sind aus pharmazeutischer Sicht die anspruchsvollere Aufgabe als ein Mittel, das sofort im Mund zerfällt. Das erste Medikament aus dem 3D-Drucker dürfte deshalb in erster Linie ein PR-Trick sein, um sich aus der Gruppe der Mitbewerber hervorzuheben.


Leserkommentare

EEBO am Mittwoch, 5. August 2015, 11:55
Vielleicht
knallt das Zeug dann besser? Manche meiner Patn. würden sich sicherlich darüber freuen... (Ironie wieder aus.)


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