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Gesundheit – 01.07.2015

Kuba (fast) ohne Mutter-Kind-Über­tragung von HIV und Syphilis

Das staatliche Gesundheitswesen in Kuba kann sich mit einer weiteren Medaille schmücken. Es ist weltweit das erste Land, dem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) per Zertifikat bescheinigt, die Mutter-Kind-Übertragung von HIV und Syphilis gestoppt zu haben. Dies bedeutet zwar nicht, dass es keine konnatale Syphilis mehr auf Kuba gibt. In 2013 wurden fünf Fälle bekannt. Auch eine HIV-Übertragung von der Mutter auf ihr Kind, die während der Geburt oder der Stillzeit erfolgt, lässt sich auch bei einer optimalen Betreuung nicht verhindern. Auf Kuba gab es 2013 zwei Fälle.

Kuba ist auch nicht das einzige Land, das ein solches Zertifikat erhalten kann. Es hat nur als erstes einen Antrag gestellt. Auch Deutschland würde mit sieben konnatalen Syphilisfällen und neun von Mutter zu Kind übertragene HIV-Infektionen (plus sieben Fälle bei frischen Migrantinnen) in 2013 die Bedingungen klar erfüllen. Die WHO fordert bei beiden Erkrankungen weniger als 50 Fälle auf 100.000 Lebendgeburten.

In Deutschland werden jährlich mehr als eine halbe Million Kinder geboren. Dennoch ist es ein schöner Erfolg für den Karibikstaat mit seinem straff geführten Gesundheits­wesen, das zwei weitere WHO-Bedingungen erfüllte: In dem Land nehmen mehr als 95 Prozent aller Schwangeren an einer Schwangerschaftsvorsorge teil, 95 Prozent davon werden auf HIV und Syphilis getestet und bei einem positiven Ergebnis werden mehr als 95 Prozent behandelt. Die WHO bestätigte Kuba, dass dieses Ziel ohne Zwangs­testungen oder -behandlungen erreicht wurde.

Kuba ist nicht das einzige Land, das Erfolge aufweisen kann: Im Jahr 2014 erfüllten mehr als 40 Länder die Kriterien für eine Eliminierung der Syphilis connata. Dennoch kam es 2012 weltweit zu 360.000 Schwangerschaften, die infolge einer Syphilisinfektion der Mutter zu Totgeburt, neonatalem Tod, Frühgeburt oder einer Infektion des Kindes führten.

Auch bei der Bekämpfung der Mutter-Kind-Übertragung von HIV wurden Erfolge erzielt. In Ländern mit einem niedrigen oder mittleren Einkommen erhalten sieben von zehn HIV-infizierten Schwangeren eine antiretrovirale Therapie. Von den 22 Ländern, auf die 90 Prozent der HIV-Neuinfektionen entfallen, haben acht die Rate von Mutter-Kind-Übertragungen seit 2009 um mehr als 50 Prozent gesenkt und nach den Daten aus 2013 sind vier weitere Länder dem Ziel sehr nahe gekommen.



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