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Gesundheit – 25.06.2015

Lebenserwartung: Schlechte Wohngegend verkürzt Telomere

Lärm, Vandalismus und eine erhöhte Kriminalitätsrate in der Nachbarschaft hinterlassen Spuren im Erbgut. Eine Untersuchung aus den Niederlanden zeigt, dass die Bewohner, die ihren Stadtteil als problematisch einstufen, kürzere Telomere haben. Eine Verkürzung dieser Endabschnitte der Chromosomen gilt als Marker für das biologische Alter. Die Länge der Telomere entscheidet über die in Zukunft noch möglichen Zellteilungen. Ohne weitere Zellteilung kommt es aber zu einer Alterung des Organismus.

Ein Team um Mijung Park von der University of Pittsburgh School of Nursing hat die Telomerlänge in den Leukozyten von Teilnehmern der Netherlands Study of Depression and Anxiety bestimmt. Diese waren im Rahmen der Studie auch zu ihrer Wohnsituation befragt worden. Sie hatten im Fragebogen angegeben, ob sie sich durch Lärm oder Vandalismus gestört fühlen und ob sie ohne Furcht allein die Wohnung verlassen.

Park fand heraus, dass die Telomere von Bewohnern, die ihre Nachbarschaft als störend und unsicher einstuften, um 69 Basenpaare kürzer waren als in ruhigeren Stadtteilen. Laut anderen Untersuchungen entspricht dies immerhin einem Unterschied von 12 Lebensjahren. Der Wert erscheint recht hoch.

Frühere Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass sozioökonomisch benachteiligte Menschen eine niedrigere Lebenserwartung haben. Dies wurde bisher weniger auf die empfundene Lebensqualität, sondern eher auf einen ungesunden Lebensstil mit Risikofaktoren auf Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs zurückgeführt. In der aktuellen Untersuchung wurden diese Faktoren so weit es ging berücksichtigt.



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