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Gesundheit – 30.04.2015

Polygamie erhöht kardiale Risiken

Mancher Mann im christlichen Abendland mag ein wenig neidisch auf die Gebräuche des Orients blicken, wo nach islamischem Gesetz Männer bis zu vier Frauen (gleichzeitig) heiraten dürfen. Die Legitimation liefert die Sure 4;3 im Koran. Dort heißt es: „Und wenn ihr fürchtet, die (weiblichen) Waisen nicht gerecht behandeln zu können, so heiratet, was euch an Frauen gut ansteht, zwei, drei oder vier.“ Auf der arabischen Halbinsel ist die Polygamie keineswegs ungewöhnlich. Etwa ein Drittel der Patienten, die an fünf Kliniken in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten kardiologisch betreut wurden, hatten mehrere Frauen.

Der Kardiologe Amin Daoulah vom King Faisal Specialist Hospital & Research Center in Dschidda bezweifelt allerdings, dass die Vielehe für die Männer gesund ist. Es sei nämlich nicht so, dass der Mann die Frauen in einem kleinen Harem in seinem Haus versammelt. Das wird offenbar auch von streng gläubigen Frauen nicht akzeptiert.

In der Regel wohnen die Frauen an unterschiedlichen Orten, was auf der arabischen Halbinsel lange Autofahrten bedeutet, zumal die Polygamie auf dem Lande verbreiteter ist als in den Städten. Die Frauen wollen zudem versorgt werden, was trotz der zahlreichen Subventionen der Regierung dazu führt, dass viele Polygamisten mehr als einen Job benötigen.

Zu guter Letzt haben die Frauen auch ein Recht darauf, gleich behandelt zu werden, was den Stress der Vielehe weiter verstärkt. Am Ende erträgt das Herz den Stress nicht mehr. Die von Daoulah auf dem Asian Pacific Society of Cardiology Congress 2015 (APSC 2015) in Abu Dhabi vorgestellten Zahlen zeigen, dass mit der Zahl der Frauen auch die kardialen Erkrankungen steigen. Polygamisten hatten ein 4,6-fach erhöhtes Risiko auf eine koronare Herzkrankheit.

In der Koronarangiographie wurde 3,5-fach häufiger eine Hauptstammstenose und 2,6-fach häufiger eine Mehrgefäßerkrankung diagnostiziert. Angesichts dieser Zahlen kann den Männern nur geraten werden, die Sure 4;3 zu Ende zu lesen. Dort heißt es weiter: „Doch wenn ihr fürchtet, sie nicht gleich behandeln zu können, dann (heiratet) eine oder was im Besitz eurer rechten (Hand ist).“



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