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Dr. werden ist nicht schwer... – 02.04.2015

Belegarztsystem mit Tücken

Es mag zwar angenehm sein, keinen Vorgesetzten vor Ort zu haben, jedoch überwiegen meines Erachtens die negativen Aspekte des Belegarztsystems. Dabei meine ich weniger das Warten auf Visiten, die ohne Vorankündigung stattfinden, den großen Leerlauf oder die damit verbunden künstlich in die Länge gezogene Arbeitszeit. Vielmehr fehlt es wie bereits zuvor angedeutet an Anleitung und Führung. Den Belegern fehlt es im Spagat zwischen Praxis und Spital vor allem an Zeit. Natürlich sind nicht nur Ausbilder für die Qualität der Ausbildung verantwortlich. Jedoch ist es ein Unterschied, ob man den Tag mehr oder weniger gemeinsam im Spital verbringt oder ob es lediglich Schnittstellen von wenigen Minuten gibt, in denen man aufgrund der Eile des Gegenübers Mühe hat, Schritt zu halten.

Eine weitere Besonderheit ist der Umgang mit Notfallpatienten. Dank der technischen Ausstattung von Smartphones ist eine Wundinspektion auch aus der Ferne möglich. Doch die Beurteilung von Röntgenbildern am Handy erscheint mir – der gelernt hat, kein Bild ohne hierfür technisch ausgestatteten Monitor zu befunden – ein wenig zu bequem.

Kann noch behaupten, dass bisher alles gut gegangen ist,

Euer Anton Pulmonalis


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