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Gesundheit – 25.02.2015

Saunabesucher leben länger

Wegen der Auswirkungen auf den Kreislauf raten Kardiologen Menschen mit schwachem Herz häufig von einem Saunabesuch strikt ab. In Finnland scheint diese Warnung unbegründet. Finnen, die häufig in die Sauna gehen, erkrankten gar nicht erst an Herzinfarkt oder anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Diese Aussage ist sicher überspitzt, doch in der Tendenz wird sie durch die Ergebnisse einer prospektiven Beobachtungsstudie bestätigt, die Jari Laukkanen von der Universität in Kuopio vorstellt. Der Kardiologe hat die Daten der Finnish Kuopio Ischemic Heart Disease Risk Factor Study (KIHD) ausgewertet, die seit mehr als 20 Jahren eine Gruppe von finnischen Männern begleitet. Zu Beginn der Studie waren sie 42 bis 60 Jahre alt. Inzwischen sind 929 von ihnen gestorben, darunter 281 an den Folgen einer koronaren Herzkrankheit, 190 an einem plötzlichen Herztod und 407 an Herz-Kreislauf-Erkran­kungen insgesamt. Laut Laukkanen lag dies auch daran, dass sie zu selten die Sauna besucht hatten.

Denn im Vergleich zu Männern, die nur einmal pro Woche die Sauna besuchten, aus finnischer Sicht also eigentlich gar nicht, war das Risiko auf einen plötzlichen Herztod (natürlich nicht in der Sauna) um 2 Prozent niedriger, wenn sie 2 bis 3 Mal pro Woche saunierten. Bei 4 bis 7 Saunagängen pro Woche sank das Risiko sogar um 63 Prozent.

Auch vor einem tödlichen Herzinfarkt schützte der häufige Saunabesuch. Bei 2 bis 3 Saunaterminen pro Woche war das Risiko um 23 Prozent und bei 4 bis 7 Terminen sogar um 48 Prozent vermindert. Ebenso ermittelt Laukkanen eine Assoziation häufiger Sauna­besuche mit einer verhinderten Sterberate an Herzkreislauferkrankungen und mit einer niedrigeren Gesamtsterblichkeit.

Letztere sinkt bei 2 bis 3 wöchentlichen Saunabesuchen um 24 Prozent und bei 4 bis 7 wöchentlichen Saunabesuchen um 40 Prozent. Die Assoziationen sind statistisch signifikant und es gibt eine Dosis-Wirkungsbeziehung, die auf eine mögliche Kausalität hinweist: Wer 11 bis 19 Minuten pro Gang in der Sauna verbrachte, senkte das Risiko auf einen plötzlichen Herztod um 7 Prozent, wer es noch länger aushielt, hatte ein um 52 Prozent vermindertes Risiko.

Worauf diese Wirkung beruht, wenn sie denn tatsächlich ursächlich ist, kann die Studie nicht klären. Der Deutsche Sauna-Bund e.V. ist davon überzeugt, dass der Sauna­besuch gesund für den Kreislauf ist. Ein deutlicher Anstieg von Herzfrequenz und Herzminutenvolumen werde durch die Erweiterung der peripheren Blutgefäße wieder aufgefangen. Deshalb komme es anders als beim Sport in der Sauna nur zu einem geringen Anstieg des Blutdrucks. Deshalb könnten die meisten Menschen selbst nach einem Herzinfarkt saunabaden. Auf das kalte Tauchbecken sollten sie jedoch verzichten. Im Zweifelsfall empfiehlt sich eine kardiologische Untersuchung.

Die Editorialistin Rita Redberg von der Uni von Kalifornien in San Francisco vermutet, dass die protektiven Wirkungen nicht allein mit den physiologischen Reizen des Saunabadens zusammenhängen. Möglicherweise seien Finnen, die Zeit für mehrere Saunagänge finden, einfach entspannter und geselliger als andere Zeitgenossen, schreibt sie.


Leserkommentare

Sonja Berger am Dienstag, 3. März 2015, 09:56
Stimme zu!
Hallo,
ich kann dem Artikel nur zustimmen, ich gehe zur Zeit 2x die Woche in die Saune. Hattte letztes Jahr einen Bandscheibenvorfall, darauf hin habe ich mir eine alternative Heilmethode gesucht. http://www.atlasreflex.de/atlastherapie-nach-dr-arlen/
Und dort wurden mir die Saunabesuche empfohlen, die Sauna lockert und entspannt die Muskulartur im kompletten Körper.


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