117/555

Gesundheit – 15.01.2015

Tattoo misst Blutzucker

US-Chemiker wollen die Bestimmung des Blutzuckers, eine notwendige Begleiter­schei­nung der intensivierten Insulintherapie, nicht nur schmerzloser, sondern auch schicker machen. Die Messung soll unblutig über ein kleines Tattoo erfolgen, das auf die Haut geklebt wird.

Das Prinzip ist nicht ganz neu. Der Sensor nutzt das gleiche chemische Prinzip wie die 2002 eingeführte GlucoWatch: Ein Gleichstrom zwischen zwei Elektroden „zieht“ die Glukosemoleküle, die sich in der Gewebeflüssigkeit der Haut befinden, zur Kathode und in einen Sensor. Dort erzeugt eine Enzymreaktion einen schwachen Stromfluss, der dann mit einem Amperometer gemessen wird.

Nano-Ingenieure der Universität von Kalifornien in San Diego haben die beiden Bestandteile, die Ionotophorese-Elektrode und die beiden Elektroden für den Amperometer so weit miniaturisiert, dass das Ganze auf einem kleinen Klebe-Tattoo Platz hat, das sich auf den Unterarm kleben lässt. Es fehlt derzeit noch ein Ablesegerät, das ähnlich wie die GlucoWatch den Blutzucker anzeigt oder die Tattoo-Träger wenigstens vor Hypoglykämien warnt.

Von der Markteinführung ist das Gerät weit entfernt. Das Beispiel GlucoWatch zeigt, dass ein Erfolg nicht sicher ist. Die GlucoWatch  kam bei den Patienten nicht an. In den Studien fühlten sich die Anwender durch Hautirritationen und häufige Fehlalarme genervt. Der Hersteller konnte nur wenige Exemplare absetzen und ging in der Folge pleite.

Inzwischen haben allerdings die Hersteller von Smartphones das Health Monitoring entdeckt. Sie suchen noch nach sinnvollen Anwendungen. Ein GlucoTattoo könnte hier ein schickes Accessoire sein. Ob es medizinisch indiziert ist, müsste allerdings noch in Studien belegt werden.



Bookmark-Service:
117/555
Gesundheit
Frau Doktor
Börsebius
Britain-Brain-Blog
Das lange Warten
Dr. McCoy
Dr. werden ist nicht schwer...
Gratwanderung
Lesefrüchtchen
Sea Watch 2
Pflegers Schach med.
PJane
Polarpsychiater
praxisnah
Praxistest
Res medica, res publica
Studierender Blick
Unterwegs
Vom Arztdasein in Amerika