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Praxistest – 23.12.2014

Weihnachten mit Überraschung

In der letzten Woche kam der Chef der Anästhesiologie in unseren OP. Ich saß dort zusammen mit dem Anästhesisten, dem ich heute zugeteilt war, als ganz unerwartet der Professor hinter uns stand und uns ansprach. Er wünschte uns frohe Weihnachten und ein frohes neues Jahr. Nicht selbstc´verständlich, dass der Chef der Anästhesiologie noch Zeit für solche Gesten hat.

Später erklärte mich der Assistenzarzt, dass der Chefarzt jedes Jahr an Weihnachten in allen OP-Sälen kurz vorbeikomme, um so jedem Angestellten auf diese Art etwas Anerkennung für die Arbeit zu geben. Es ist ja tatsächlich eine Besonderheit der Anästhesie, dass man seinen Chef kaum sieht, weil jeder OP-Trakt für sich alleine läuft und keine regelmäßigen Besprechungen der gesamten Abteilung stattfinden, was ja auch durchaus seine Vorteile hat. Dafür kommt es oft vor, dass man bestimmte Arbeitskollegen ein halbes Jahr nicht sieht.

Ehrlich gesagt stelle ich mir so ein schönes Arbeitsumfeld vor, wo man die Wert­schätzung seiner täglichen Tätigkeiten im Beruf nicht nur anhand einer hohen Gehaltsrechnung sieht, sondern auch im persönlichen Kontakt mit seinem Vorgesetzten. Letztendlich verdient man als Arzt ja schon sehr viel Geld, aber was nützt das alles, wenn man sich auf seiner Arbeitsstelle nicht wohlfühlt und jeden Tag lustlos vor sich hin schafft.

Mir wurde auch ein kleines Weihnachtsgeschenk zuteil. Der für uns zuständige Oberarzt sagte mir, ich könne in den nächsten zwei Wochen zuhause bleiben, da während der Weihnachtszeit nur Notfälle operiert werden. Somit bekam ich völlig unerwartet frei und kann meine Zeit zuhause genießen ohne Urlaub nehmen zu müssen.


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